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Göttingen Neue Satzung für Schulen
Die Region Göttingen Neue Satzung für Schulen
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00:17 20.03.2017
Quelle: Hinzmann
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Die jetzt detaillierter beschriebenen Schulbezirke und Aufnahmebedingungen beziehen sich auf alle fünf Göttinger Gymnasien, drei Gesamtschulen und auf die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Bovenden. Die Satzung sieht ausdrücklich vor, dass Kinder, die keinen Platz an einem der städtischen Gesamtschulen bekommen, die IGS Bovenden besuchen können und sollen. Die Oberschulen des Landkreises in Groß Schneen und Dransfeld gehören nicht zum Schulbezirk.
Hintergrund sind das neue Zwei-Säulen-System in der Göttinger Schullandschaft und eine Rüge des Landes Niedersachsen: In der Stadt gibt es nur noch Gesamtschulen und Gymnasien. Die Gesamtschulen sind ersetzende Schulen für Haupt- und Realschulen und müssten bei den Anmeldungen für die 5. Jahrgänge nach Ansicht des Landes nach bisheriger Satzung zunächst alle Göttinger Kinder berücksichtigen, bevor sie Schüler aus dem Kreis aufnehmen. Zudem dürften die Gesamtschulen dabei nicht mehr  losen, um verschiedene Leistungsgruppen zu bilden.
Stadt- und Kreisverwaltung sind überzeugt, das bisherige Verfahren mit der neuen Satzung sichern zu können –  SPD und Grüne sehen das ebenso. Sie stelle wieder einen rechtssicheren Zustand her, erklärte Susanne Stobbe (Grüne). „Es geht darum, den Kindern aus dem Landkreis die gleichen Chance zu bieten wie den Stadtkindern, das gute Göttinger Schulangebot nutzen zu können“, ergänzte Frauke Bury (SPD).
Vor einer Woche hätten auch die Göttinger Linken zugestimmt, betonte Rolf Ralle für seine Fraktion – jetzt nicht mehr. Mit der Herausnahme der Oberschulen des Landkreises  aus dem Schulbezirk habe sich aber gezeigt, dass es alleine darum gehe, die IGS in Bovenden zu stützen. Offenbar habe der Kreis die Stadt unter Druck gesetzt. Auch die CDU lehnt die neue Satzung ab. Verwaltung sowie SPD und Grüne versuchten Privilegien der Gesamtschulen wie das Losverfahren zu erhalten, die mit der Schließung der Haupt- und Realschulen rechtlich nicht mehr haltbar seien, erklärte Thomas Häntsch. Zugleich werde Kindern, die nicht an einer Gesamtschule angenommen werden zugemutet, weite Wege bis nach Bovenden in eine Kreisschule zu fahren. In der Not würden sich dann auch leistungsschwache Kinder und ihre Eltern für ein Gymnasium entscheiden – „was für die Kinder nicht gut ist“. „Das machen wir nicht mit“, so Häntsch. Ähnlich argumentierte Thorben Siepmann (FDP). Ziel müsse eine leistungsgerechte Förderung aller Kinder sein. Das sei durch den „Kunstgriff“ von Rot-Grün nicht möglich.
Schließlich wurde die neue Satzung mit 23 Ja-Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. Die weiteren 21 Ratspolitikern stimmten dagegen.