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Göttingen Koch es, schäl es oder vergiss es
Die Region Göttingen Koch es, schäl es oder vergiss es
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18:48 12.07.2011
Von Matthias Heinzel
Guten Appetit: Im Ausland sollten Reisende einige grundlegende Hygieneregeln beachen, um Montezumas Rache zu entgehen – das gilt in Restaurants ebenso wie am Hotelbüfett.
Guten Appetit: Im Ausland sollten Reisende einige grundlegende Hygieneregeln beachen, um Montezumas Rache zu entgehen – das gilt in Restaurants ebenso wie am Hotelbüfett. Quelle: BE
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Die typischen Symptome lassen sich jedoch nicht immer sofort eindeutig diagnostizieren. Verursacht werden derlei ernste Erkrankungen meistens durch Viren, eine bakterielle Infektion mit Salmonellen oder durch den Kontakt mit verunreinigtem Trinkwasser. „Damit der Trip in die Ferne in jeder Hinsicht in guter Erinnerung bleibt“, erläutert Elke Tiebel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale, „sollten Reisende sich nicht nur vorsorglich impfen lassen, sondern auch einige Hygiene- und Ernährungshinweise strikt beachten.“ Tiebels Tipps:
Lebensmittel und Speisen: Hier gilt die Reise-Regel: Koch es, schäl es oder vergiss es. Starkes Erhitzen tötet Krankheitserreger ab. Deshalb sollten Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse sowie Muscheln und andere Schalentiere nur gut durchgegart verzehrt werden. Gerade Muscheln sind im gesamten Mittelmeerraum, aber auch im Atlantik, sehr häufig mit Hepatitis-A-Viren infiziert. Auf Rohkostsalate und Speisen mit rohen Eiern – zum Beispiel mit Mayonnaise – sollten Urlauber in Afrika, Asien oder Lateinamerika ganz verzichten. Obst muss vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden – immer mit abgepacktem Trinkwasser. Wer anschließend Orangen, Ananas oder Papaya mit einem sauberen Messer schält, entfernt die Keime von den Früchten. Vorsicht ist auch geboten bei Büffets, die in Restaurants oder Hotels oft über mehrere Stunden von der Vorspeise bis zum Dessert das ganze Menü anbieten. Stehen die Speisen bei warmen Temperaturen lange auf dem Tisch, sind sie ein idealer Nährboden für Bakterien. Heiße, frisch gegarte Gerichte am Straßenrand sind hingegen kein Problem; wohl aber können Geschirr und Besteck hygienisch bedenklich sein.

Getränke und Eiswürfel: Zum Trinken oder Zähneputzen darf nur abgefülltes Trink- oder Mineralwasser aus der Flasche benutzt werden. Wasser aus der Leitung muss mindestens fünf Minuten abgekocht und anschließend gefiltert werden, um Bakterien und Parasiten zu entfernen. Industriell abgefüllte Biere, Säfte und Softdrinks können unbedenklich getrunken werden. Frisch gepresste Fruchtsäfte sind hingegen riskant, weil Fruchtpresse und Hände der Verkäufer nicht immer sauber sind. Bei Eiswürfeln und Shakes mit gestoßenem Eis muss darauf geachtet werden, dass das Eis aus aufbereitetem Trinkwasser besteht. Übrigens: Ein Schnaps nach dem Essen wirkt nicht als Bakterienkiller.

Milch- und Eiprodukte: Ungekochte Milch sollte ganz vermieden werden. Pasteurisierte Produkte sind jedoch unbedenklich. Auch von Rohmilchkäse – vor allem aus nichtindustrieller Produktion – sollte man die Finger lassen. Desserts und Eiscremes, die rohe Eier enthalten, sind ebenfalls gefährlich. In der Eisdiele oder am Softeisstand sollte ein guter Eindruck von den hygienischen Verhältnissen ausschlaggebend für den Verzehr sein. Industriell abgepacktes Eis kann hingegen konsumiert werden.