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Göttingen Topf statt Tonne: Am Gänseliesel wird mit geretteten Lebensmitteln gekocht
Die Region Göttingen Topf statt Tonne: Am Gänseliesel wird mit geretteten Lebensmitteln gekocht
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08:18 04.10.2019
Rund ein Drittel der Lebensmittel landen in Deutschland in der Tonne. Quelle: dpa-Zentralbild
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Göttingen

Eine Kochaktion mit geretteten Lebensmitteln unter dem Motto „Topf statt Tonne“ veranstaltet die Slow Food Youth Göttingen am Freitag, 18. Oktober ein Fest der Kostbarkeiten am Göttinger Gänseliesel. Weshalb die Veranstaltung, die um 11 Uhr beginnt auch den Beinamen „Liesel kocht“ hat.

Außer Slow Food Youth Food, Slow Food Göttingen, beteiligen sich auch Notruf Mülltonnenkante, Foodsharing, die Junge Tafel, Zero Waste, der Großfamilientisch Bovenden, das Weltladencafé, und die Hochschulgruppe Wissenshunger an der Aktion, die bis 19 Uhr dauern soll. Geplant ist nach Angaben von Tim Scheytt von Slow Food Youth Göttingen aus geretteten Lebensmittel leckere Gerichte zu kochen und mit einander zu diskutieren. Zudem soll es Informationen dazu geben, wie Lebensmittelabfälle im Haushalt reduziert werden können.

Lebensmittel stärker wertschätzen

Etwa ein Drittel aller Lebensmittel in Deutschland landen nach Angaben Scheytts in der Tonne. In Privathaushalten entspreche dies vier Millionen Tonnen im Jahr. „Dabei gibt es viele einfache Möglichkeiten, diese Ressourcenverschwendung zu reduzieren und einen Teil zur Klimawende beizutragen“, berichtet Scheytt. Die Veranstaltung wolle vor allem aufzeigen, wie Lebensmittel stärker wertgeschätzt werden können. Zudem möchten die Organisatoren mit Bürgern, Initiativen und Politikern über kommunale Lösungsansätze der Lebensmittelrettung diskutieren.

Die Idee zur Kochaktion sei bei zwei sogenannten Schnippeldiscos im Mai und Juli, die von Slow Food Youth Göttingen und der Initiative Notruf Mülltonnenkante veranstaltet wurden. „Dieses Format wird von Slow Food Youth deutschlandweit schon lange organisiert. Die Schnippeldisco im Juli fand bereits am Gänseliesel statt. Beide Veranstaltungen waren ein großer Erfolg und es kam schnell die Idee auf, dass eine erneute Schnippeldisco beim Gänseliesel toll wäre“, erklärt Scheytt. Diese sollte aber größer als die bisherigen beiden sein und außer der Kochaktion auch Informationsstände beinhalten. Aus der Idee habe sich die Zusammenarbeit mit vielen anderen Göttinger Initiativen, die sich aus unterschiedlichen Richtungen dem Thema Lebensmittelverschwendung annähern, entwickelt.  

Unüberlegte Einkäufe führen zu Verschwendung

Die Ursachen für Lebensmittelverschwendung seien in der gesamten Verwertungskette zu finden. „In der Landwirtschaft werden Lebensmittel aussortiert, die nicht den Normen entsprechen. Auch an späteren Stationen vom Großhändler bis zum Supermarkt ist dies ein wichtiger Grund, weshalb Lebensmittel weggeworfen werden“, sagt Scheytt. In Privathaushalten seien es vor allem unüberlegte Einkäufe, falsche Lagerung und eine Fixierung auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, die zur Lebensmittelverschwendung führten.

Slow Food Youth Göttingen

Slow Food Youth Göttingen hat etwa 35 Mitglieder und hat sich im Jahr 2018 gegründet. Die Mitglieder kommen nach Informationen auf der Internetseite aus unterschiedlichen Bereichen und haben verschiedene Bezüge zur Ernährung. Doch sie alle würden das Slow-Food-Motto die Begeisterung für gute, saubere und faire Lebensmittel geeint. Das Initiativbündnis für die Veranstaltung am Freitag, 18. Oktober, habe sich vor etwa zwei Monaten gegründet.

Die Slow Food Youth setzte sich für die Verringerung der Lebensmittelverschwendung ein, da diese von einer geringen Lebensmittelwertschätzung zeuge. „Wir müssen wieder lernen, jedes Obst und Gemüse wertzuschätzen, bedacht einzukaufen und weniger auf Makellosigkeit zu achten“, sagt Scheytt. Nur weil ein Lebensmittel nicht der Norm entspreche, schmecke es nicht weniger gut. Zudem bräuchten alle Lebensmittel Landflächen und Wasser, bei Produktion und Transport entstünden Treibhausgasemissionen und der Boden werde mit Dünger belastet. „Die Landwirtschaft ist einer der größten Verursacher des Klimawandels. Wenn wir die Lebensmittelverschwendung drastisch reduzieren, kann dies aber nicht nur die Landwirtschaft klimafreundlicher machen: In der globalisierten Welt ist eine höhere Lebensmittelwertschätzung in den Industrieländern auch wichtig, um das Hungerproblem in den Entwicklungsländern zu reduzieren“, sagt Scheytt.

Die Veranstaltung am Freitag, 18. Oktober beginnt um 11 Uhr am Göttinger Gänseliesel. Der Eintritt zu „Liesel kocht - Fest der Kostbarkeit ist frei. Es wird um Spenden gebeten.

Von Vera Wölk

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