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Göttingen Hat Horst Seehofer den Hashtag erfunden?
Die Region Göttingen Hat Horst Seehofer den Hashtag erfunden?
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21:27 11.01.2019
Einen Schritt weiter: Die CSU. Quelle: Foto: dpa
Göttingen

Die Überraschung der Woche war die Lokhalle in Göttingen. Erstmals Spielstätte des städtischen Neujahrsempfanges, hat dieses völlig unterschätzte Bauwerk eine gute Figur gemacht, allerdings für gemischte Reaktionen gesorgt. Genügend Parkplätze in erreichbarer Nähe, viel Raum für die Gäste, ein freier Blick auf den Oberbürgermeister – das waren einige Besucher bislang nicht gewohnt und zeigten sich dementsprechend irritiert. Dem einen oder der anderen hat auch ganz offensichtlich das abgegriffen-schrackelige Stadthallen-Interieur gefehlt, das irgendwo zwischen ausgehendem Gelsenkirchener Barock und frühem IKEA changiert. Kann man mögen, muss man aber nicht. Nun konnte ich diesem ungeschickt platzierten Kachelofen am Albaniplatz ohnehin nicht viel abgewinnen – doch auch nach dessen Sanierung kann der Empfang meinetwegen gern in der Lokhalle bleiben. War eine gute Sache, liebe Verwaltung.

Eigener Hashtag für Bayern

Die Nachricht der Woche kam wie so oft – aus Bayern. Horst Seehofer hat enthüllt, Digitalpionier zu sein: „Ich bin auch im Internet unterwegs, schon seit den Achtzigern, und finde es faszinierend, was heute möglich ist.“ Und ich dachte bislang, er schraube im Keller lediglich an seiner Modelleisenbahn. Irrtum! Seit mehr als 30 Jahren wandelt der Twitterkönig von Ingolstadt inzwischen durch die Onlinewelt und hat mutmaßlich auch den Hashtag als solchen erfunden.

Selbstredend in einer eigenen freistaatlichen Fassung für Bayern, dort erscheint das Rautezeichen flächig hellblau. Neidlos erkenne ich an: Die Bayern sind eben immer vorn, und die CSU-Granden noch einen Schritt weiter. Teufelskerle. Edmund Stoiber konnte sich zwischen Heathrow und dem Erdinger Moos hin- und herbeamen und auch „ein Glas Champagner aufmachen“, Mr#LaptopUndLederhose Seehofer war schon mehr als ein Jahrzehnt vor allen anderen im Netz zu Hause, und es sollte uns nicht wundern, wenn deren Nachfolger Markus Söder Telefonrechnungen mit bloßen Händen zerreißen könnte.

Niemals mit und bei Rechtsanwälten spielen!

Den Fehlgriff der Woche haben die Fußballer der Sparkasse Göttingen zu beklagen. Beim „sjs- Rechtsanwälte Firmencup“ haben die Kicker von ZSKA Groner Landstraße (ZSKA: Zentraler Sparkassen Klub der Amateurspieler) zwei Spiele für sich entschieden – und beide Begegnungen sind später als Niederlagen gegen das Team gewertet worden. Mal verliert man, mal gewinnen die anderen. Ganz sicher ist das wieder ein Vorgang, den „die Medien“ (das wären also wir) „hochsterilisiert“ haben. Hintergrund: Bei diesem Turnier, das die Rechtsanwaltskanzlei Schneehain – John – Suchfort als Wettbewerb für Firmenmannschaften ausrichtet, durften nur Spieler bis zur Kreisliga in den Teams mitspielen. Hat man bei „Rotes S Göttingen“ offenbar nicht ordentlich berücksichtigt, zu groß war offenbar der Wunsch, den Pott zu holen. Schließlich gilt auch im „kleinen“ Fußball das eherne Gesetz: „Es ist nichts scheißer als Platz zwei.“ Oder anders formuliert: „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.“

Vom Feeling her ein gutes Gefühl

Spieler nicht regelkonform aufgestellt – damit ist Spartak Göttingen allerdings in guter Gesellschaft. Das ist sogar Trainerlegenden wie Hennes Weisweiler, Winnie Schäfer, Otto Rehhagel und Giovanni Trapattoni passiert. Wäre allerdings nicht geschehen, hätte man sich das Regelwerk vorher durchgelesen. Wäre, wäre, Fahrradkette. Derlei Unterlassungen sind bei einem Wettbewerb unter der Regie von Rechtsanwälten immer verhängnisvoll. Dennoch, liebe Kicker von Lokomotive Sparkasse: Jetzt nicht den Sand in Kopf stecken. Fehleranalyse treiben, denn: „Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.“ Trainieren! Dann habe ich vom Feeling her ein gutes Gefühl, was den Turniersieg 2020 betrifft. Den wünsche ich Ihnen wirklich.

Christoph Oppermann Quelle: Hinzmann

Übrigens: Wer richtig tippt, welche Fußballphilosophen in den vorherigen Absätzen zitiert sind, kann eine Autogrammkarte von Jan-Philipp Brömsen gewinnen. Trostpreis wäre ein Selfie mit mir.

Also: Strengen Sie sich an.

Schönes Wochenende!

Sie erreichen den Autor unter

E-Mail: c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @tooppermann

Facebook: @christoph.oppermann

Von Christoph Oppermann

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