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Göttingen November-Stimmungen
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05:00 16.11.2019
Novemberleuchten am späten Nachmittag.Weber
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Göttingen

November ist der Monat, dem die Tristesse schon vorauseilt, bevor er überhaupt begonnen hat. Ihm haften Adjektive wie grau, ungemütlich und neblig an. Darüber hinaus trägt der Gedanke an den November gleich noch den an die Grabbepflanzung mit sich. Letzterer, sollte er sich angesichts der ganzen Totentage im Kalender doch nicht eingestellt haben, wird spätestens beim Betreten eines Supermarktes durch eine völlig übertrieben erscheinende Gesteck-Präsentation genährt.

Lautlos und vorwurfsvoll fragen trockene Zapfen, Lotuskolben und gefärbte Schafgarbe: Was, du warst noch nicht auf dem Friedhof? Nein. War ich noch nicht. Ich habe auch noch nicht die Gartenmöbel in den Schuppen gebracht. Obwohl ich schon einmal daran gedacht hatte – irgendwann an einem milden Oktobertag, als es noch Spaß gemacht hätte, im Garten tätig zu sein. Aber die Option, dass ich mich vielleicht doch noch ein letztes Mal auf die Terrasse setzen und die Nase in die goldene Herbstsonne halten würde, hielt mich zurück. Dabei weiß ich sehr genau, dass meine Terrasse zu dieser Jahreszeit dauerhaft im Schatten liegt. Und im Schatten ist es kalt. Im November sowieso.

Total gemütlich!

Es ist vielleicht zu erahnen, dass der November nicht gerade mein Lieblingsmonat ist. Noch schlimmer finde ich lediglich den Februar. Aber am allerschlimmsten Wetter- und Jahreszeiten-Nörgler. Deshalb muss ich mir entschieden selbst entgegentreten. Also: Ist der November ungemütlich? Nein, so ein Quatsch! Neben dem Dezember ist er der wahrscheinlich allergemütlichste Monat im Jahr. Endlich wieder aufs Sofa, endlich wieder im Feuerschein des Ofens lesen und Serien gucken. Was für eine Freude der Blick durchs Fenster, wenn es draußen stürmt und regnet und ich warm und trocken im Wohnzimmer sitze.

Zeit für heißen Apfelsaft, Kakao oder Glühwein. Ach ja, Schokolade geht jetzt auch wieder. Das ist im Sommer ja immer schwierig, weil sie so schnell schmilzt und Scharen von Insekten mitessen wollen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr erscheint mir der November als der bessere Dezember. Noch kann ich unbehelligt von Weihnachtsmarkt-Verabredungen und Adventsfeier-Einladungen die Abendgemütlichkeit in Jogginghose und dicken Socken zelebrieren. Wie schön der November von innen betrachtet doch sein kann.

Verfluchter Wind

Vor die Haustür kriegt mich in diesem zugigen Monat allerdings nur der Hund. Es ist zwar ganz schön, wenn der Wind die Laubblätter so malerisch über die Straße jagt. Gleichzeitig kriecht mir ebendieser aber auch unangenehm unter die Jacke. Anlass genug, um den November wieder heftigst zu verfluchen. Es sei denn, die Sonne zeigt sich doch einmal. So wie eines Nachmittags, als sie die Baumstämme in einem unwirklichen Rostton leuchten ließ. Das sah spektakulär aus. Was für ein schöner Monat, dieser November!

Sie erreichen die Autorin unter E-Mail: autorin@anke-weber.de

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Von Anke Weber

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