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Göttingen Weihnachtsbaumkugeln
Die Region Göttingen Weihnachtsbaumkugeln
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15:08 21.12.2018
Weihnachtsbaumschmuck Quelle: Weber
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Göttingen

Rund um das Weihnachtsfest gibt es eine Menge Rituale und Bräuche. Aber wer ist eigentlich auf die merkwürdige Idee gekommen, sich einen Baum ins Haus zu holen? Aus heutiger Sicht ist so ein Baum im Haus halbwegs verständlich, besonders in der Stadt sieht der Mensch ja nicht so viel Grün. Allerdings muss die Idee mit dem Weihnachtsbaum ja schon sehr lange zurückliegen und aus einer Zeit stammen, als jeder vor dem Haus noch mehr als genug Natur verfügbar hatte. Wie das gesamte Weihnachtsfest, das eigentlich der Feier der Wintersonnenwende entstammt, hat auch der Weihnachtsbaum seinen Ursprung in heidnischen Bräuchen. Die Germanen schmückten öffentliche Orte und Hauseingänge mit immergrünen Zweigen, um böse Geister zu vertreiben, aber auch in der Hoffnung auf den nächsten Frühling. Irgendwann landete der Weihnachtsbaum dann im Haus. War ja auch gemütlicher, als draußen vor der Tür. Aber natürlich glitzerten die Zweige nicht mehr so schön wie unter freiem Himmel bei Frost und Mondschein. Also musste der magische Glanz mit Kerzen nachgestellt werden. So stelle ich es mir vor. Aber warum die ganzen Kugeln?

Früher wurden die kostbaren Stücke quasi noch mit Samthandschuhen angefasst und meiner Mutter sah man die Panik an, wenn ich eine Kugel an den Tannenbaum hängte. Tatsächlich habe ich wohl auch die ein oder andere auf dem Gewissen. Inzwischen gibt es die Kugeln für wenig Geld an jeder Ecke. Auch meine Mutter hat in ihrem Leben einen stattlichen Bestand an Weihnachtsbaumkugeln erworben. Ich selbst habe meinen eigenen Tannenbaum bisher mit den immer selben Kugeln aus einem Nachlass geschmückt. Dieses Jahr wollte ich mal Abwechslung und habe den Dachboden meines Vaters inspiziert. Dort lag, fein säuberlich in Kartons aufbewahrt, die komplette Weihnachtsdekoration meiner Mutter. Sie hatte einst vom ursprünglichen Silber zu Gold gewechselt, dann zu Rot, offenbar auch einmal zu Blau, woran ich mich nicht erinnern kann, und auch Violett war dabei. Dann folgte wieder eine puristische Phase mit Kugeln aus Glas, zart und durchsichtig. Ich packte rote, silberne und gläserne Kugeln in mein Auto und fuhr mit meiner Beute nach Hause.

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Kurz vor dem Ziel sah ich einen Apfelbaum, an den Zweigen keine Blätter mehr, aber dennoch übervoll mit Äpfeln. Natürlich weiß ich, dass man früher Äpfel und Nüsse an den Tannenbaum gehängt hat. Aber noch nie war mir so klar, woher diese Idee mit den Kugeln stammen musste. Die Äpfel leuchteten rot und golden und bildeten zum winterlichen Grau einen farbigen Kontrast, der die Seele erfreute. Das Ganze vor der Kulisse eines stattlichen Nadelbaums. Bei diesem Anblick hatte ich das Gefühl, so etwas wie die Weihnachtsbaumformel geknackt zu haben.

Sie erreichen die Autorin unter E-Mail: autorin@anke-weber.de

Instagram: https://www.instagram.com/ankeweber_author

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Von Anke Weber

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