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Göttingen Kolumne: Von der BG zum Bachelor
Die Region Göttingen Kolumne: Von der BG zum Bachelor
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17:55 02.03.2019
Jennifer und Bachelor Andrej Mangold sind ein glückliches Paar. Quelle: TVNOW
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Göttingen

Ein junger Sportler kommt wegen einer schweren Verletzung bei der BG nicht weiter und wird Bachelor – erschütternd. Wenn das kein böses Ende nimmt. Welch’ ein Schicksalsschlag! Eine Knieverletzung scheint zum Verhängnis zu werden. Ein Kreuzbandriss unterbricht den Erfolgsweg eines Sportlers und führt diesen in ein eigenwilliges TV-Format. Da kann man von der „Haxe des Bösen“ reden.

Eine teuflische Abwärtsspirale

Fremden Frauen Chlorophyll in Kleinstgebinden übereignen. Von Göttingen nach Köln, vom Basketball-Profi zum Bachelor – das ist noch nicht die schiefe Bahn, aber schon ein Abstieg. Mensch, Herr Mangold, Sie haben doch noch alles vor sich. Vergeuden Sie nicht Zeit und Talent in Shows, in denen man sonst nur D- bis Z-Promis am Ende ihrer lausigen Karriere erwartet. Der Fall kommt schneller und ist rasanter, als man annehmen mag. Es fängt harmlos mit dem Bachelor an, dann muss man öffentlich auswandern, campiert später in einem Fake-Dschungel, und ganz zum Schluss wird man im Privatfernsehen von Amtsrichter Pumuckl abgeurteilt. Eine teuflische Abwärtsspirale.

Ausmisten für einen guten Zweck

Aber ich schweife ab. An diesem Wochenende haben die Menschen in Südniedersachsen die Wahl zwischen zwei attraktiven Veranstaltungsformaten. In Radolfshausen, Gieboldehausen, Duderstadt und anderen Gemeinden steht Karneval auf dem Programm. Das muss man dort nicht erklären. Andernorts kann man es nicht erklären. Wer damit nicht aufwächst, hat in aller Regel keine Chance, sich dieses Brauchtum auf dem weiteren Lebensweg anzueignen. Da hilft auch kein Integrationslotse.

Wer mit Kostümen und Umzügen am Ende des Winters nichts anfangen kann, findet Zerstreuung am Albani-Platz in Göttingen. Dort steht der Verkauf von Teilen des Stadthallen-Inventars an. Da ich vorm Schreiben der Kolumne noch nicht ins Phrasenschwein eingezahlt habe, schenke ich mir mal alle denkbaren Floskeln von „Tafelsilber verscherbeln“ bis „Löffel abgeben“. Es ist eine hübsche Idee, durch Verkauf auszusortierender Gastro-Utensilien ein bisschen Geld für das Pflegekinderfest zusammenzubekommen. Für eine neue und chice Stadthalle würde es ohnehin nicht reichen.

Das sollte man – nicht nur in öffentlichen Einrichtungen – regelmäßig mal machen: Ausmisten, zusehen, was noch für „kleines Geld“ einen Interessenten findet, und die Summe anschließend zur Verfügung stellen, wo sie Gutes bewirken kann. Ich habe Kommunalverwaltungen schon bedeutend dümmere Aktionen auf die Beine stellen sehen. Daraus ließe sich gleich eine komplette Eventserie konzipieren, von der Polizei über die Feuerwehr bis zum Amtsgericht. An einem Wochenende ausgediente Handschellen erstehen, eine Woche später einen unnützen Talar mitnehmen und anschließend einen ausgemusterten Feuerwehrhelm – so ließe sich die ein oder andere Frage nach dem nächsten Karnevalskostüm auch leicht beantworten.

Was macht eigentlich der Kragenbär?

Damit sich niemand zu früh freut oder – je nach Perspektive – jetzt Angst bekommt. An diesem Wochenende wird lediglich nicht mehr benötigtes Inventar der Stadthalle versilbert. Das Ganze ist keine Abrissparty. Die stünde, wenn überhaupt, später an. Dieses Event könnte, sofern es denn über die Bühne gehen müsste, dann der emotionserprobte Bachelor wegmoderieren. Öffentliche Auftritte in schräger Kulisse müssten ja inzwischen zur Routine gehören.

Wenn an dieser Stelle die gute-Laune-Temperatur ohnehin gesunken ist, eine kurze Frage: Was macht eigentlich der Kragenbär? In dieser Angelegenheit müssten wir dringend mal wieder nachfassen.

Schönes Wochenende. 

Christoph Oppermann Quelle: Christina Hinzmann

Sie erreichen den Autor unter:

E-Mail:c.oppermann@goettinger-tageblatt.de  Twitter:@tooppermann Facebook:christoph.oppermann

Von Christoph Oppermann

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