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19:29 22.10.2018
Chefredakteur Uwe Graells Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Vier gewinnt – der Name eines Gesellschaftsspiels könnte auch als Überschrift über dem Fusionsvertrag der vier Sparkassen Duderstadt, Osterode, Hann. Münden und Bad Sachsa zur neuen „Sparkasse in Südniedersachsen“ stehen. Es geht immerhin um nichts Geringeres als den Erhalt einer zukunftsfähigen Sparkassenstruktur im ländlichen Raum. Wenn man den Fusionsvertrag ausführlich liest, ist förmlich zu spüren, wie die beteiligten „Fusionsväter“ im Sinne ihrer jeweiligen Stamm-Sparkasse gekämpft haben. Osterode ist „aufnehmendes“ Institut, Duderstadt dafür der rechtliche Sitz. Der Vorstandssprecher kommt ebenfalls aus Duderstadt. Wichtig für die Beschäftigten: Betriebsbedingte Kündigungen aus Anlass der Fusion sind ausgeschlossen.

Warum die vier Sparkassen bei aller Unterschiedlichkeit gut zusammenpassen, zeigt ein Blick auf die Anforderungen der Zukunft. Osterode bringt seine Stärke beim Eigenkapital ein, für die Zukunftsfähigkeit ein wichtiger Aspekt. Duderstadt gilt als vertriebsstark und in der Region verwurzelt. Bad Sachsa als zweitkleinste Sparkasse Deutschlands wird mit dem Standort in der Harz-Stadt überlebensfähig. Und Hann. Münden hat die Chance, nach vielen schwierigen Jahren aus einem starken Verbund heraus sein Marktpotenzial auszuschöpfen.

Dabei werden die Zeiten für Sparkassen in Deutschland nicht einfacher. Die Regulatorik wird weiter um sich greifen, die Anforderungen an die Eigenkapitalquote steigen. Der Demographie-Faktor wird beim bestehenden Geschäftsmodell stärker zuschlagen als bei anderen Instituten. Und in Niedersachsen gibt es das Problemkind Nord/LB. Jede niedersächsische Sparkasse ist mit einem gewissen Prozentsatz Anteilseigner der Nord/LB, von der Landesbank kommen indes keine guten Nachrichten. Sie braucht frisches Geld, für die Sparkassen besteht die Gefahr einer massiven Wertberichtigung. Für die neue „Sparkasse in Südniedersachsen“ lassen sich diese Probleme gemeinsam besser bewältigen.

Sparkasse in Südniedersachsen Quelle: ah_fotobox - Fotolia.com / Montage: Tater

Irgendwann in den nächsten Jahren wird es auch um einen Zusammenschluss mit der Sparkasse Göttingen gehen. Für die vier kleineren Häuser, die im nächsten Jahr fusionieren wollen, wären es dann Gespräche auf Augenhöhe. Auch das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Bei allen Hakeleien, die eine Fusion von gleich vier Sparkassen mit sich bringen wird, bleibt dieser Schritt ein richtiger.

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Von Uwe Graells

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