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Göttingen Kommunale Gesellschaft soll Einfluss sichern
Die Region Göttingen Kommunale Gesellschaft soll Einfluss sichern
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19:48 30.08.2011
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Bovenden / Northeim

Mit dem Ziel, die Kompetenz vor Ort zu stärken, hat der Rat Bovenden gleichfalls beschlossen, die Konzession für die Stromnetze wie schon in Bovenden und Eddigehausen auch in allen anderen Ortsteilen zu übernehmen. Die Geschäftsführung erfolgt durch die Stadtwerke Northeim. Der Kämmerer des Flecken Bovenden, Thomas Brandes, wurde zum zweiten Geschäftsführer bestellt.

Bovendens Bürgermeisterin Heidrun Bäcker (SPD) begründete die durchgängig einstimmigen Beschlüsse nach drei Jahren intensiver Beratung mit den Veränderungen im Energiemarkt. Die Liberalisierung des Marktes verbunden mit einer intensiven Regulierung erschwere kleinen Stadt- und Gemeindewerken das Wirtschaften. Um kommunalen Einfluss zu behalten, habe man sich für die Gründung der Gesellschaft entschieden. Auch Hjalmar Schmidt, Geschäftsführer der Harz Energie, hält regionale Kooperationen für einen guten Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für Dirk Schaper, Geschäftsführer der Stadtwerke Northeim (SWN) ist es besonders wichtig, „den Bürgern langfristig eine sichere Versorgung vor Ort zu fairen und marktgerechten Preisen anbieten zu können“. Mit den auch in Northeim einstimmigen Beschlüssen zur Gesellschaftsgründung wolle man einen Kontrapunkt zu Eon und anderen Konzernen setzen, sagte Northeims Bürgermeister Harald Kühle (SPD).

„Die Gemeindewerke bleiben ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Bovenden“, betont Bovendens Bürgermeisterin. Auch alle Arbeitsplätze würden erhalten und die Kundenberatung bleibe vor Ort. Außerdem wird in Bovenden für Northeim und Bovenden eine kaufmännische Fachabteilung eingerichtet. Ab 2012 soll es dann die örtlichen Liefergrenzen nicht mehr geben – die Bürger aus allen Bovender Ortsteilen könnten dann Energie von den Gemeindewerken beziehen.

Nach der Gründung der Gemeindewerke Bovenden GmbH & Co. KG gilt es, nun einen Aufsichtsrat für die Gesellschaft zu bilden, der derzeit aus zwölf Mitgliedern besteht. Drei Aufsichtsratsmitglieder kommen aus den Reihen der Arbeitnehmer, je ein Aufsichtsratsmitglied entsenden Harz Energie und die SWN. Neben der Bürgermeisterin des Flecken Bovenden muss der Bovender Rat in seiner Sitzung am Freitag, 2. September, um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses sechs weitere Aufsichtsratsmitglieder wählen.

Vorschlagsberechtigt sind die SPD für vier Mitglieder sowie CDU und Gruppe FDP/FWG/Füllgrabe für jeweils ein Mitglied. Auf die Bestimmung von Ersatzmitgliedern wird im Hinblick auf das bevorstehende Ende der laufenden Wahlperiode verzichtet. Außerdem soll ein Vertreter der Gemeinde in der Gesellschafterversammlung gewählt werden.

enz