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Göttingen Kontrollen für Schulwegsicherheit im Umfeld Göttinger Grundschulen
Die Region Göttingen Kontrollen für Schulwegsicherheit im Umfeld Göttinger Grundschulen
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00:17 28.09.2013
Von Matthias Heinzel
Nichts zu beanstanden: Diese Autofahrerin hält sich an Tempo 30 im Schulweg. Quelle: Vetter
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Göttingen

Mittwochmittag, 12 Uhr, im Schulweg in Geismar, eine Tempo-30-Zone: Vor der Adolf-Reichwein-Schule rauscht ein Taxifahrer in die Radarfalle. Peter Schmoll, Kontaktbereichsbeamter der Polizei für Geismar, springt gerade noch rechtzeitig auf die Fahrbahn, um den Mercedes anzuhalten.

48 Sachen hatte das Taxi drauf, 18 mehr als erlaubt. Der Fahrer redet sich erst einmal heraus. „Das ist bei Taxis so ähnlich wie bei Rettungswagen oder der Polizei“, sagt der 60-Jährige, offenbar ohne jedes Schuldbewusstsein: „Ich habe auch Aufträge und fahre Einsätze.“ Bei Schmoll verfängt das nicht: „Taxis haben keine Sonderrechte“, antwortet der Kontaktbereichsbeamte.

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Dann mischt sich Jennis von der Adolf-Reichwein-Schule ein: „Das gefährdet uns Kinder“, sagt die Schülerin. „Jeder muss hier langsam fahren.“ Erst als ihre Freundinnen Saskia und Aydanur ihn fragen, warum er trotz der vielen Kinder denn so schnell gefahren sei, wird der 60-Jährige nachdenklich: „Es tut mir leid.“

„Tempo-30-Zonen sind mein Schicksal“

Mit 43 Sachen etwas langsamer, aber immer noch zu schnell ist die Fahrerin eines VW Caddy, die es gerade noch rechtzeitig zum Turnauftritt ihres Sohnes in der Schule schaffen wollte. Jetzt muss sie Fragen beantworten und ihre Personalien angeben und kommt garantiert zu spät. „Tempo-30-Zonen sind mein Schicksal“, seufzt die 34-Jährige: Dieses Ticket war nicht ihr erstes.

Kontrolliert wurde rund um fast alle Grundschulen aber nicht nur die Geschwindigkeit, sondern so gut wie alles: neben dem Tempo von Autos und Motorrädern, die Ausrüstung von Fahrrädern, das Beachten der Anschnallpflicht, etwaiges Frisieren von Mofas, Verhalten an Überwegen, die Benutzung von Mobiltelefonen am Steuer, Drogenkonsum, die Einhaltung der Vorschriften für die Personenbeförderung und Verschiedenes mehr.

Insgesamt stellten die Beamten bei 76 kontrollierten Fahrzeugen 26 Verwarnungen aus, sechs Fahrer kassierten ein Bußgeld. Die maximale Geschwindigkeitsüberschreitung betrug 66 Stundenkilometer in einer Tempo-30-Zone. Bei 67 kontrollierten Fahrrädern gab es drei Verwarnungen.