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Göttingen Konzepte für Leineviertel und Ebertal
Die Region Göttingen Konzepte für Leineviertel und Ebertal
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22:00 14.03.2019
Die bisherige Awo-Kindertagesstätte kann ab 2020 zu einem Familienzentrum weiterentwickelt werden. Quelle: Foto: Hinzmann
Göttingen

Die Konzepte zum Quartiersmanagement im Ebertal und im Leineviertel sind im Göttinger Jugendhilfeausschuss am Donnerstag auf breite Zustimmung gestoßen. Sie haben Modellcharakter für die Stadt.

Den Austausch in den Vierteln ­fördern, die Nachbarschaftshilfe unterstützen und Angebote für alle Altersgruppen machen – das sind einige der Ziele, die die beiden Quartiersmanagerinnen verfolgen. Finanziert werden ihre Stellen seit August 2017 bis Ende 2019 aus dem Landesprogramm „Gemeinwesen und Quartiersmanagement“.

In beiden Vierteln ist der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und von Bürgern, die Transferleistungen beziehen überdurchschnittlich hoch. In beiden Stadtteilen geht es um die Weiterentwicklung von Gebäuden, die bisher überwiegend für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden.

Städtische Wohnungsbau plant Nachverdichtung

Im Ebertal übernimmt die nahe Lohbergschule im Zuge der Ganztagsbetreuung von 2020 an die Aufgaben, die bisher das sogenannte Häuschen der Arbeiterwohlfahrt erbracht hat, führte Quartiersmanagerin Sabrina Richter aus. Damit lässt sich das Gebäude zu einem Nachbarschaftszentrum weiterentwickeln. Es soll helfen, Neubürger zu integrieren. In den kommenden Jahren will nämlich die Städtische Wohnungsbau durch Nachverdichtung 150 neue Wohnungen schaffen.

Die Awo hat Fördergelder aus dem Programm Soziale Stadt beantragt, berichtete Geschäftsführer Michael Bonder. Fließt das Geld, kann die Awo in der Nähe des bisherigen Standorts größere Räume beziehen. Die Raumkapazitäten im Häuschen selbst reichen nämlich nicht aus. Die Hälfte des Kellers ist aufgrund eindringender Feuchtigkeit gesperrt. Pläne, das Häuschen zu ertüchtigen, stocken. Bonder hofft, die neue Mensa und den Mehrzweckraum der Lohbergschule für offene Jugendarbeit nutzen zu dürfen.

Am Gartetalbahnhof betreibt die Jugendhilfe Göttingen ein Jugendzentrum, das intensiv von Heranwachsenden aus dem Wohnblock Groner Landstraße 9 aufgesucht wird. Dort hat sich die Zahl der unter 18-Jährigen in den vergangenen Jahren nicht zuletzt im Zusammenhang mit einem Zuzug von Menschen vom Balkan auf 200 Personen verfünffacht. Auf einen „erheblichen Bedarf“ an Integrationshilfen wies Jugendhilfe-Geschäftsführer Christian Hölscher hin. Sein Verein bemüht sich, die Eltern mit Beratungsangeboten zu erreichen. So gibt es bereits ein Mama-Café, das auch werdende Mütter nutzen. Unter ihnen befinden sich derzeit drei 15-Jährige, die ihr erstes Kind erwarten, berichtete Hölscher.

„Gefahr einer Segregation“ im Leineviertel

Von der „Gefahr einer Segregation“ sprach Quartiersmanagerin Sarah Neumeister. Sehr heterogen ist nämlich die Zusammensetzung im Leineviertel/Gartetalbahnhof. Es leben dort auch viele Studierende. Zudem sind in den vergangenen Jahren Neubaugebiete entstanden. Der Bedarf nach einem Nachbarschaftszentrum, das Alteingesessene und Zugezogene zusammenbringt und so mögliche Konflikte entschärft, ist „groß“, erklärte Neumeister. Engagierte Bürger wollen an der Aufwertung des Wohnumfelds und an der Lösung von Verkehrsproblemen mitwirken.

Die Stadt organisiert monatliche Treffen mit den beiden Quartiersmanagerinnen, berichtete Charlotte Hammer, die in der Stadtverwaltung mit Integration und Sozialplanung befasst ist. Die Quartiersmanagerinnen erhalten eine Supervision und demnächst Qualifizierungen, um sie für ihre Arbeit zu stärken. Sie wird nach dem Willen der Stadt in den kommenden Jahren weiterlaufen. Erste Vernetzungstreffen mit anderen Stadtteilzentren fanden statt. Hammer kündigte ein Konzept an, dass sich auf andere Göttinger Stadtviertel übertragen lässt.

Von Michael Caspar

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