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Göttingen Im Geist von Morrison und Hendrix
Die Region Göttingen Im Geist von Morrison und Hendrix
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20:38 27.02.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Nach einer Tour mit Celia im Frühjahr 2015 verbrachte die 20-jährige Halb-Spanierin Marla zwei Monate in Toronto, um ihr erstes Album „Madawaska Valley” unter Mitwirkung von Celia aufzunehmen. Zu zartem Fingerpicking auf ihrer Akustik-Gitarre erklingen verträumte Melodien, die sie mit ihrer heiseren tiefen Stimme begleitet. Die musikalische Spannbreite auf Celias aktuellem, viertem Album „Double Mind“ reicht von Folk über Psychedelic bis hin zu Country- und Pop-Einflüssen.

Die beiden Musiker treten an diesem Abend im Nörgelbuff vorwiegend im Duo auf und schaffen mit ihren prägnanten, wunderbar harmonierenden Stimmen eine sehr intime, aber auch lebhafte, unterhaltsame Stimmung.

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Ihr Konzert haben sie in zwei Sets aufgeteilt. Im ersten Teil singt Marla ihre von einer speziellen Magie getragenen melancholischen Lieder zur Gitarre, veredelt von Celias feiner, sehr innovativen Gitarrenkunst. Das teilweise in Französisch gesungene „Marais“ sei so ein typischer Song, der kurz nach Abschluss der Schule bei einem Aufenthalt in Paris entstanden sei, als sie am Grab von Jim Morrison abhing, erläutert Marla.

Der Titelsong ihres Albums „Madawaska Valley“ habe kurioserweise keinen Platz auf dem Album gefunden. Er sei aber der Soundtrack zu all dem Erlebten bei ihrem ersten Aufenthalt in Kanada, wo sie vorwiegend zum Fischen oder Bootfahren unterwegs waren oder ums Lagerfeuer getanzt seien. Celia liefert dazu wunderbar gleitenden Bottleneck-Sounds und lässt zwischendurch fast täuschend echte Vogelstimmen auf den Saiten erklingen.

Energiegeladener und auch teils sehr humorvoll wird es dann im zweiten Teil mit Celias Songs, zu denen Marla vorwiegend den Harmoniegesang beisteuert. Celia greift auch mal zur Bluesharp, einem Spielzeugkeyboard oder zur Ukulele. In dem beeindruckend klangreichen Instrumentalstück „The Wind“, das er Jimi Hendrix widmet, lässt Celia seiner Instrumentalkunst freien Lauf. Zum Ende des Abends greift er mit der humorvollen Story „Duchess“ über einen dreibeinigen Nachbarshund, der ihm immer die Zehen ableckt, ganz tief in die Bluegrass und Country-Kiste.

Das Publikum feiert langanhaltend und lautstark zwei sehr unterschiedliche, aber wunderbar harmonierende Musiker.

Von Jörg Linnhoff