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Göttingen Krank durch Krach: Lärmaktionsplan in der Diskussion
Die Region Göttingen Krank durch Krach: Lärmaktionsplan in der Diskussion
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19:29 18.04.2013
Von Michael Brakemeier
Kasseler Landstraße: Lärmstress durch Lkw- und Pkw-Verkehr. Quelle: Vetter
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Göttingen

Sie folgt damit einem Beschluss des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2002, nach dem Kommunen verpflichtet sind, alle fünf Jahren die Lärmbelastung zu ermitteln und Lärmaktionspläne mit Maßnahmen zur Lärmminderung in betroffenen Bereichen aufzustellen.

Inzwischen liegt ein erster Entwurf des Lärmaktionsplanes vor. Er kann über das Internetportal laermaktionsplan.goettingen.de eingesehen werden. Es ist vorgesehen, dass Bürger zu dem Plan und den darin enthaltenen Maßnahmen Stellung nehmen. Unter der E-Mail-Adresse laermaktionsplan@goettingen.de können diese Stellungnahmen bis zum 3. Mai abgegeben werden. Der Zeitablauf sieht danach Diskussionen der Maßnahmen in den politischen Gremien vor. Ab 2014 sollen sie umgesetzt werden.

 Lärm unter 65 Dezibel senken

Als Ziel nennt Antje Janßen vom Büro LK Argus, das den Entwurf erstellt hat, den Lärmpegel überall auf unter 65 Dezibel zu senken. „Jedes Dezibel weniger bringt den Anwohnern etwas“, sagt sie. Maßnahmen könnten neue Straßenpflaster, Verkehrsmengen, andere Verkehrsführungen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen sein.

Am schnellsten, so Janßen, könnten Geschwindigkeitsreduzierungen umgesetzt werden. Sie hält etwa eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 50 oder gar 30 auf Hauptverkehrsstraßen für denkbar. Allein durch die Drosselung von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde sinke die Lärmbelästigung um zwei bis drei Dezibel. Ziel soll es sein, im gesamten Stadtgebiet nur noch Tempo 50 zuzulassen, dort, wo es möglich ist, auch nur Tempo 30. „Das ist immer ein Abwägungsprozess“, räumt Janßen ein.

Noch effektiver sei die Ausbesserung von schadhaftem Asphalt. Drei bis sechs Dezibel seien drin. Auch der Einsatz von Flüsterasphalt bringe zwischen zwei und fünf Dezibel Entlastung für lärmgeplagte Anwohner.