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Göttingen Steht bald das Fach „Feuerwehr“ auf dem Stundenplan?
Die Region Göttingen Steht bald das Fach „Feuerwehr“ auf dem Stundenplan?
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00:24 26.05.2019
Nachwuchsarbeit spielt für die Feuerwehren eine immer größere Rolle Quelle: Foto: DPA
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Göttingen

Neben Mathe und Deutsch könnte auf dem Stundenplan der Schulen im Landkreis Göttingen bald auch das Fach Feuerwehr auftauchen. Ein entsprechender Antrag der Mehrheitsgruppe im Kreistag wurde am Donnerstag einstimmig beschlossen.

„Unsere Feuerwehren leisten einen wesentlichen Beitrag. Nicht selten ist ihr ehrenamtliches Engagement lebensrettend“, betonte Nadia Affani (SPD) während der Einbringung des Antrags. Ohne Nachwuchs werde es allerdings schwer, den hohen Standard, den die Wehren im Landkreis erreicht haben, zu halten.

Stetiger Mitgliederschwund

Seit Jahren verzeichneten die Freiwilligen Feuerwehren in den Ortschaften einen stetigen Mitgliederschwund. Es werde immer schwieriger, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern, heißt es in dem Antrag von SPD, Grünen und FWLG. Und genau an dieser Stelle soll das PilotprojektFeuerwehr als Wahlfach oder AG“ ansetzen. Es soll die Aufgaben der Feuerwehr erläutern und gleichzeitig die Bereitschaft wachrufen, sich zu engagieren.

„Wir müssen auf die jungen Leute zugehen und Begeisterung wecken“, kommentierte Eckhard Fascher (Die Linke) den Antrag. Und es sei seiner Ansicht nach richtig, in möglichst jungen Jahren damit zu beginnen. Lothar Dinges (FWLG) ergänzte, von den Rettern der Feuerwehr werde viel verlangt, das Aufgabenspektrum immer vielfältiger. „Und schon aus demografischen Gründen ist eine Nachwuchsförderung notwendig.“

Gute Erfahrungen in anderen Kommunen

Das Thema Feuerwehr eigne sich als Pilotprojekt, so Maria Gerl-Plein (Grüne) und verwies auf ähnliche Kooperationen in anderen Kommunen, beispielsweise in Süddeutschland. Hier seien im Anschluss an die Kurse viele Schüler tatsächlich in die Feuerwehr eingetreten. Als positiver Nebeneffekt machten die jungen Menschen die Erfahrung, etwas für die Allgemeinheit Sinnvolles zu erlernen und zu beherrschen.

Inhaltlich soll das Wahlfach beziehungsweise die AG einer feuerwehrtechnischen Grundausbildung entsprechen. In 70 Stunden werden Fahrzeug- und Gerätekunde, rechtliche Grundkenntnisse und Wissenswertes rund ums Löschen, Retten und Bergen unterrichtet. Im Anschluss an den Unterricht soll eine theoretische und praktische Prüfung folgen. „Die teilnehmenden Schüler werden zu richtigen Truppmännern und Truppfrauen ausgebildet“, heißt es in dem Antrag weiter.

Praktische Ausbildung

Aber auch praktische Elemente sollen während der Schulstunden eingebaut werden. So werden die Teilnehmer abschließend in der Lage sein, zu funken, einen Brand zu löschen oder lebensrettende Sofortmaßnahmen anzuwenden. Weiterer Bonus für die Schüler: Die hier erworbene Erste-Hilfe-Ausbildung können sie gleich für den Führerschein nutzen.

Feuerwehr als Wahlfach oder AG in der Schule ist die Heranführung an eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“, so die Affani. Es sei gleichzeitig ein Beitrag, das Ehrenamt zu fördern und eine konkrete Werbung um den Nachwuchs. Neben der Jugendfeuerwehr soll die Feuerwehrklasse eine weitere Säule der Nachwuchsgewinnung werden.

Für die nächsten Schritte sollen sich jetzt Schulen und Kreisfeuerwehr an einen Tisch setzen. Wann dann wirklich erstmals das Fach Feuerwehr auf einem Stundenplan auftaucht, ist im Antrag nicht näher definiert.

Von Markus Scharf

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