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Göttingen Kreis und Gemeinden sagen Nein zu Umleitung
Die Region Göttingen Kreis und Gemeinden sagen Nein zu Umleitung
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18:55 30.11.2010
Von Jürgen Gückel
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Obwohl das ASV seit fast 15 Jahren weiß, dass die B-80-Brücke unterhalb von Schloss Arnstein nicht standsicher ist (Tageblatt berichtete) und obwohl es seit elf Jahren sogar eine Anweisung des hessischen Landesamtes gibt, die Brücke zu stabilisieren oder zu ersetzen, war die B 80 als Ausweichstrecke für den Gefahrgutverkehr der A 38 ausgewiesen worden. Jetzt schlugen die Hessen vor, ab sofort alle Fahrzeuge über 16 Tonnen und ab 2012 während der Bauzeit für eine neue Brücke den gesamten Verkehr über L 566 und B 27 zu leiten.
Im Gespräch in Eschwege forderte Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) das ASV auf, zunächst Möglichkeiten der Absicherung der Brücke und einer Ersatzbrücke für die Bauzeit zu überprüfen. Die Untätigkeit in Hessen dürften jedenfalls nicht die niedersächsischen Nachbarn ausbaden müssen.
Auch der Kreis verweigerte sein Einvernehmen. Ebenso die niedersächsische Polizei. Die Variante, den Gefahrgut- und Umleitungsverkehr von der A-38-Anschlussstelle Arenshausen aus über B 80 und L 566 durch Reckershausen und Groß Schneen, Stockhausen, Obernjesa und Dramfeld zu leiten, lehnten alle niedersächsischen Vertreter rundheraus ab. Stattdessen könnte dieser Verkehr allerdings bald durch Friedland rollen. Die bisher als Hindernis geltende Tonnagebeschränkung der beiden Brücken (Leine und Mühlengraben) erwies sich bei genauem Hinsehen als irrelevant. Die verwirrende Beschilderung (siehe Foto) ist nach Erklärung von Henning Hausmann vom Landesamt für Straßenbau in Gandersheim so zu deuten: Sattelzüge (kleines Schild unten) dürfen, wenn sie mehr als 24 Tonnen (Schild Mitte) wiegen, die Brücke nicht im Begegnungsverkehr passieren. Das ist als Schutz für die 100 Jahre alten Brücken vor besonders hohen Achslasten bei Sattelaufliegern gedacht. Zwei 40-Tonnen-Gliederzüge dürfen die Brücke jedoch nutzen. Ohnehin sei die Ortsdurchfahrt Friedland ausgewiesene Umleitungsstrecke (U 99 und U 84) der A 38. Friedrichs kündigte für den Rat, dessen Bauausschuss am Donnerstag, 18 Uhr, im Rathaus tagt, Widerstand gegen die Pläne an.
Unterdessen läuft eine durch neue europaweite Normen ausgelöste Überprüfung des Gefahrgut-Verbotes für den Heidkopftunnel. Das Ergebnis soll aber erst Ende 2011 vorliegen.