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Göttingen Kreis will mehr Strom aus Wasserkraft
Die Region Göttingen Kreis will mehr Strom aus Wasserkraft
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18:20 30.07.2009
Fulda an der Mündener Altstadt: Seit mehr als zehn Jahren wird hier wieder Wasserkraft zur Stromproduktion genutzt.
Fulda an der Mündener Altstadt: Seit mehr als zehn Jahren wird hier wieder Wasserkraft zur Stromproduktion genutzt. Quelle: Heller
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Langfristig setzt der Landkreis auf 100 Prozent regenerative Energieversorgung. Jetzt soll das Potenzial der Wasserkraft ausgelotet werden. Derzeit werden Gespräche über ein Kooperationsprojekt mit dem Nobelpreisträger Prof. Erwin Neher, dem Vorstandsvorsitzenden der Eon Mitte AG, Heinrich Wilckens, und dem Kreis geführt.

Kernpunkt sei eine Bestandsaufnahme der im Jahr 1989 noch vorhandenen 39 Wasserkraftanlagen von ursprünglich 131, kündigte Landrat Reinhard Schermann (CDU) an. Ziel sei die Steigerung der Energiegewinnung aus Wasserkraft durch Optimierung vorhandener Systeme und gegebenenfalls Wiederinbetriebnahme stillgelegter Anlagen. Im Kreisgebiet ohne die Stadt Göttingen produzieren noch 22 Wasserkraftanlagen Strom.

Flächendeckende Prüfung

Aufgrund der positiven Ergebnisse des Bilshäuser Pilotprojekts von Neher soll in einem ersten Schritt flächendeckend eine Überprüfung kleine Wasserkraftwerke mit der Eon und den Eigentümern vorgenommen werden. Vorteilhafte Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) stützten aus Sicht Schermanns die Überlegungen.

Wasserkraftwerke gibt es unter anderem in Gieboldehausen, an der Leine bei Besenhausen, bei Hedemünden, das von Eon an Vattenfall verkaufte Werra-Kraftwerk, und auch in Volkmarshausen, dort wird das Gefälle eines Trinkwasserhochbehälters genutzt. Ein Genehmigungsverfahren läuft derzeit für den Bau einer Anlage an der Staustufe Bonaforth an der Fulda. Ein Kasseler Unternehmen, die Fulda Energie GmbH, will dort zwei 400-Kilowatt-Anlagen errichten. Überlegungen zur Nutzung des Wasserkraftpotenzials gibt es auch bei den Mündener Versorgungsbetrieben. Neue Technik mit Schneckengetriebe sei auch für Standorte mit wenig Gefälle geeignet, so Geschäftsführer Christoph Baier.

Von Gerald Kräft