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Göttingen Kriegsgott auf Reisen: Klimakiste und Liegendtransport
Die Region Göttingen Kriegsgott auf Reisen: Klimakiste und Liegendtransport
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18:24 27.07.2009
Kriegsgott Ku’ kommt in die Kiste: Transporteur Ernst Fuch (l.) und Restaurator Gerry Barton sorgen für eine sichere Reise.
Kriegsgott Ku’ kommt in die Kiste: Transporteur Ernst Fuch (l.) und Restaurator Gerry Barton sorgen für eine sichere Reise. Quelle: Pförtner
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Ein hawaiianischer Kriegsgott reist nicht ohne Vorbereitungen. Seit drei Wochen sind die Restauratoren Gerry Barton und Sabine Weik damit beschäftigt, 115 Ausstellungsstücke der Cook-Forster-Sammlung vor der Reise penibel zu dokumentieren. „Der Zustand der Exponate wird genau festgehalten“, erklärt Weik. Eventuelle Schäden durch Transport oder Ausstellung lassen sich damit nachweisen.

Speere, Schmuck, Körbe: In der Ausstellung des Ethnologischen Museums am Theaterplatz sind die Vitrinen der Cook-Forster-Sammlung bereits kräftig geleert. Es riecht nach Kampfer. „Das hilft gegen Insekten“, erklärt Sammlungs-Kustos Gundolf Krüger. Ernst Fuchs, Annegret Duphon und Heinz Middelhoff wickeln unterdessen ein Holzinstrument in spezielles Seidenpapier. „Säurefreies Papier“, erklären die Fachleute. Mit Schaumgummi gepolstert wandert das Ausstellungsstück in eine spezielle Transportkiste. „Deckel drauf“, sagt Fuchs, der Chef des Unternehmens, das sich auf Kunsttransporte spezialisiert hat. Etliche Holzwaffen sind bereits verpackt, streng nach Liste wickeln die Transporteure Exponat für Exponat ein. Weik und Barton haben ihre Dokumentation abgeschlossen, die Sammlung soll am Donnerstag nach Bonn gefahren werden – in einem klimatisierten Lastwagen.

Drei besonders kostbare und empfindliche Ausstellungsstücke warten noch auf ihre Reisevorbereitungen: Kriegsgott Ku’, ein Federhelm und das hawaiianische Trauergewand sollen heute noch im offiziellen Rahmen von den Wissenschaftlern verabschiedet werden.

Die weltweit nahezu einzigartigen Stücke waren bereits in Australien und auf Hawaii zu sehen, ihre Transportkisten stehen jetzt wieder für die Reise bereit. Ku’ wird zunächst in eine mit Stoff ausgeschlagene Kiste gestellt, die wiederum in eine aus mehreren Schichten bestehende klimatisierte Kiste kommt. Das Trauergewand wird liegend transportiert. Vor mehr als 200 Jahren traten sie ihre erste große Reise von der neuen in die alte Welt an.

Von Britta Bielefeld

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27.07.2009