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Göttingen Zahl der Straftaten deutlich zurückgegangen
Die Region Göttingen Zahl der Straftaten deutlich zurückgegangen
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21:07 06.03.2019
Symbolfoto. Quelle: Np
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Göttingen

Erstmals waren darin auch die Zahlen des Altkreises Osterode einbezogen, der bis Ende 2018 noch der Polizeiinspektion Northeim zugeordnet war. Insgesamt verzeichnete die Polizeiinspektion Göttingen in ihrem nun vergrößerten Zuständigkeitsbereich 20 510 Straftaten, dies entspricht einem Rückgang um sieben Prozent. „Das ist der niedrigste Wert seit 1999“, freute sich Inspektionsleiter Thomas Rath.

Auch die Häufigkeitszahl hat sich deutlich verringert. Dieser Wert gibt das Verhältnis der Straftaten zur Bevölkerungszahl an. Nach dieser Berechnung gab es 2018 im jetzigen Zuständigkeitsbereich der PI Göttingen 6580 Straftaten pro 100 000 Einwohner, 2017 waren es noch 7175. Landesweit betrug die Häufigkeitszahl 6362. Auch wenn die Aufklärungsquote mit 60,59 Prozent leicht unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 62,8 Prozent lag, zeigte sich Rath zufrieden: „Das ist ein guter Wert.“

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Erfolgreiche Prävention

Besonders erfreulich sei der signifikante Rückgang bei den Diebstahls- und Einbruchsdelikten, sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD), Thomas Breyer. Vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche sank deutlich - von 678 auf 378. „Dies zeigt, dass die vielen Präventionsmaßnahmen Früchte tragen.“ Ein Drittel der Wohnungseinbrüche sei im Versuch steckengeblieben.

Dies liege nicht zuletzt daran, dass viele Bürger die Türen und Fenster in ihren Häusern besser gesichert hätten. Außerdem habe es viele Hinweise von aufmerksamen Bürgern gegeben. Dadurch habe sich auch die Aufklärungsquote von 26,8 Prozent auf 35,83 Prozent deutlich erhöht. 132 Einbrüche wurden tagsüber in der Zeit zwischen 6 und 20 Uhr begangen, ähnlich wie im Vorjahr waren hierbei vor allem Wohnungen im Stadtgebiet von Göttingen betroffen.

Task Force Cyber Crime

ZKD-Leiter Breyer hob besonders die Erfolge der Task Force Cybercrime und Digitale Spuren hervor: „Die Mitarbeiter machen einen extrem exzellenten Job“, schwärmte er. In der Spezialeinheit arbeiten mittlerweile auch drei Informatiker, die bei der Aufklärung von Straftaten mitwirken, Analysen vornehmen und Programme entwickeln, die bei der Präventions- und Ermittlungsarbeit eingesetzt werden können. Unter anderem entwickelten sie eine Software, die schnellere Ermittlungen im Zusammenhang mit PC-Manipulationen ermöglichen soll. Geschädigte können mit dieser Software, die man samt dazugehöriger Anleitung auf der Internet-Seite des Landeskriminalamtes kostenlos downloaden kann, selbst Beweismittel sichern und müssen ihren PC nicht zur Polizei bringen.

Die Zahl der Gewaltdelikte ist im vergangenen Jahr von 2409 auf 2018 Fälle gesunken (davon 200 Raubdelikte). Die Zahl der Körperverletzungen ging um rund 7,3 Prozent auf 1869 zurück. Alarmierend sei, dass bei über 40 Prozent dieser Delikte Alkohol im Spiel gewesen sei, sagte Breyer. Sorge bereite auch die weiterhin hohe Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte. 2018 wurden insgesamt 137 Fälle verzeichnet, in 13 Fällen wurden Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr angegriffen.

Messer als Tatwaffe

Auch ein anderer Trend ist auffällig: Bei drei der insgesamt 15 Tötungsdelikte, die 2018 registriert wurden, wurden Messer als Tatwaffe eingesetzt, ebenso bei einem weiteren Tötungsversuch. Insgesamt waren bei 162 Straftaten Messer und andere Stichwaffen im Spiel. „Das Mitführen von Messern bereitet uns große Sorge“, sagte Breyer. In vielen Fällen seien anfänglich belanglose Streitereien eskaliert, durch mitgeführte Messer sei es dann zu folgenschweren Verletzungen gekommen.

Mit großer Sorge beobachten die Ermittler auch den kontinuierlichen Anstieg bei den Ermittlungsverfahren wegen Verbreitung von pornografischen Schriften. 32 der insgesamt 51 registrierten Fälle betrafen Kinderpornografie. Diese Zahlen seien aber nur die Spitze eines Eisberges, sagte Inspektionsleiter Thomas Rath. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein und ein erschreckendes Ausmaß annehmen.

Von Heidi Niemann