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Göttingen Oberbürgermeister und Landrat fordern bereinigte Coronazahlen für Göttingen
Die Region Göttingen

Kritik an verfälschter Corona-Statistik

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17:36 26.10.2020
Die Infektionszahlen im Lager Friedland sollen nicht mehr in die Statistik des Landkreises einfließen. Quelle: Heller
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Göttingen

Die Infektionszahlen in Stadt und Landkreis Göttingen haben am Montag den Inzidenzwert von 35 überschritten, entsprechend wurden Maßnahmen ergriffen. Derweil machen sich Landrat Bernhard Reuter und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (beide SPD) beim Land Niedersachsen dafür stark, dass die Göttinger Infektionsstatistik bereinigt werden müsse.

Bei der Ermittlung der Corona-Fälle für die Stadt und den Landkreis werden die Fallzahlen aus dem Grenzdurchgangslager Friedland sowie aus der Vorquarantänestation Rosenthaler Hof bislang den Göttinger Daten zugeschrieben. Damit wirken sie sich auch auf die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz je 100000 Einwohnern aus. Die beiden Göttinger Verwaltungschefs haben sich nun beim Niedersächsischen Sozialministerium dafür eingesetzt, diese Praxis zu ändern.

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„Wie eine Bestrafung“

„Wir fordern ab sofort vom Land, dass infizierte Personen in den beiden Einrichtungen aus der Quote genommen werden. Sie leben nur kurzzeitig in unserer Region und verlassen das Durchgangslager oder den Rosenthaler Hof nicht. Die Infektionsfälle sind also klar abgrenzbar“, unterstreicht Köhler. Reuter ergänzt: „Unsere Einwohner insbesondere in der Gemeinde Friedland leisten mit dem Grenzdurchgangslager bereits seit Jahrzehnten einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag. Das darf nicht dazu führen, dass sich dort aufhaltende und infizierte Personen auf die Landkreis-Quote gedrückt werden.“ Das führe zu einem Ungleichgewicht, helfe niemandem und wirke auf die Menschen vor Ort wie eine Bestrafung.

Von Markus Scharf