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Göttingen „Kultur in Südniedersachsen“ hilft Künstlern in Göttingen und der Region
Die Region Göttingen „Kultur in Südniedersachsen“ hilft Künstlern in Göttingen und der Region
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19:00 03.04.2020
Keine Zuschauer, kein Theater: Die Corona-Krise bedeutet für Kunst- und Kulturschaffende in Göttingen und der Region eine große Herausforderung. Die Initiative „Kultur in Südniedersachsen“ soll helfen. Quelle: r
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Göttingen

Kunst und Kultur werden auch in der Region von der Corona-Krise besonders getroffen: Museen haben geschlossen, Konzerte und Theatervorführungen müssen abgesagt werden. Gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen möchte das Tageblatt Kunstschaffenden in der Region eine Möglichkeit bieten, sich und ihre auch in Zeiten von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen zu zeigen: „Kultur in Südniedersachsen“ (KiSN) soll Künstlern auch finanzielle Unterstützung bringen, um die Krise zu überstehen.

„Die Künstler sind auf den Austausch mit dem Publikum angewiesen, und der ist im echten Leben jetzt nicht mehr möglich“, sagt Marcel Riethig (SPD), Kulturdezernent des Landkreises. Unter der Krise würden jene, die mit der Kunst ihren Lebensunterhalt verdienen, besonders leiden, so Riethig. Für sie, aber auch für Veranstalter von Konzerten oder Ausstellungen sei das Projekt ausgelegt.

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Wie soll KiSN den Künstlern in Göttingen und der Region helfen?

KiSN soll regionalen Künstlern eine digitale Bühne bieten: Kunst- und Kulturschaffende, Museen und Veranstalter können sich und ihre Arbeit online kostenfrei präsentieren. Doch die Initiative soll ihnen vor allem auch dabei helfen, in der Corona-Krise ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das könne über Spenden geschehen, aber auch durch den Verkauf von Produkten oder über Gutscheine, so Riethig: „Die Menschen können jetzt schon Gutscheine für spätere Museums-, Konzert- oder Theaterbesuche kaufen.“

Wenn es gut laufe, könne KiSN sogar dazu beitragen, für Kulturschaffende ganz neue Zielgruppen zu erschließen, so Riethig weiter. Wer sich noch nicht weitergehend mit der Szene in Göttingen und der Region beschäftigt habe, könne das nun in einem ungekannten Ausmaß online tun.

Dabei hilft den Künstlern ein Expertenteam aus Politik, Kunst und Vermarktung. Zum Team gehören: Vermarktungsexperte Timm Baier, Kommunikationsexpertin Tanja Dornieden (Ko-Ko Kommunikation Bovenden), Detlev G. Fricke (ABW Betreuung Bad Lauterberg), Gerhard Lenz (Stiftung Unesco Welterbe im Harz), Olaf Martin (Landschaftsverband Südniedersachsen), Peter Pawlowski (POS Kresin Design Markenkommunikation), Riethig und Tobias Wolff, Intendant der Händelfestspiele.

Was gibt es auf KiSN zu sehen?

KiSN zeigt zukünftig Kultur aus Südniedersachsen: aktuell, lebendig, live oder aus dem Archiv. Künstler können hier nicht nur Ergebnisse zeigen, sondern auch ihre kreative Arbeit. Veranstalter können Blicke hinter die Kulissen gewähren, Fragen beantworten oder Hintergründe ihrer Arbeit erklären.

Für Kulturinteressierte im Landkreis Göttingen bedeutet das, dass sie mit Smartphone, Tablet, Laptop oder PC Kultur von zu Hause aus erleben können – vom Wohnzimmerkonzert über Lesungen im Livestream bis hin zu digitalen Besuchen im Atelier. Davon sollen, so die Idee hinter KiSN, Kulturschaffende und Kulturinteressierte gleichermaßen voneinander profitieren.

Wie kann ich helfen?

Was für die meisten Menschen den Verzicht auf Freizeitbeschäftigungen ist, kann für hauptberufliche Kulturschaffende eine existentielle Bedrohung darstellen. Auf einer Themenseite des Tageblatts unter gturl.de/kisn finden Sie eine Übersicht über alle Künstler, Veranstalter und weiteren Kulturschaffenden, die sich bereits zu „Kultur in Südniedersachsen“ angemeldet haben.

Dort werden die Beiträge in Kategorien wie „Klassische Musik“, „Rock und Pop“ und „Museen und Galerien“ einsortiert: Künstler erzählen in Texten, auf Bildern oder in Videos von ihrer Arbeit oder aus ihrem Leben, zeigen Kunst und Kultur oder bieten Artikel zum Verkauf an. In einigen Beiträgen werden Möglichkeiten für Spenden oder sonstige finanzielle Unterstützung für die digitalen Aussteller genannt.

Wie bekomme ich als Künstler bei KiSN Hilfe?

Bildende und darstellende Künstler, Museen, Bühnen, Spielstätten und Veranstalter: Sie alle gehören zur Zielgruppe der Initiative „Kultur in Südniedersachsen“ (KiSN) von Landkreis und Tageblatt, mit der Kulturschaffende in der Corona-Krise unterstützt werden sollen. Mitmachen ist leicht: Überlegen Sie sich, was Sie zeigen möchten. Vom Video, das Sie bei der Arbeit zeigt über Youtube-Playlists, Bildergalerien und Biographien bis hin zum digitalen Rundgang ist alles möglich.

Um auf der KiSN-Seite zu erscheinen, melden Sie sich auf der Website des Tageblatts oder per Mail an kultur@landkreisgoettingen.de an. Unter dieser Adresse erhalten Sie auch Hilfe vom Expertenteam aus Politik, Kultur und Vermarktung, wenn Sie Fragen oder Probleme haben. Es gilt: Inhalt vor Perfektion. KiSN soll auch die Vielfalt und Einzigartigkeit des kulturellen Lebens in Göttingen und der Region zeigen.

Von Tammo Kohlwes