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Göttingen Jerusalem-Konflikt in Göttingen angekommen
Die Region Göttingen Jerusalem-Konflikt in Göttingen angekommen
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18:00 23.12.2017
„Mahnwache für Palästina“ auf dem Bahnhofsvorplatz. Quelle: Bänsch
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Göttingen

Seit Donald Trumps Ankündigung, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem verlegen zu wollen, wurde auch in zahlreichen europäischen Städten zu antiisraelischen Demonstrationen aufgerufen. Am Sonnabend standen sich in Göttingen Vertreter verschiedener Lager gegenüber – eine direkte Konfrontation konnte verhindert werden.

Zwischen vorbeieilenden Bahnreisenden und dem Andrang am benachbarten Glühweinstand wirken die Sprechchöre der Demonstranten anfangs noch etwas zögerlich: „Freiheit wollen wir“, „Frieden ist das Ziel“ oder „USA halt dich raus“ skandiert eine Gruppe von anfangs etwa 50 Demonstranten vor dem Hauptbahnhof. Später wächst die Zahl auf über 100 und die Sprechchöre ändern sich in Intensität und Sprache.

Pro- und antiisraelische Demonstrationen in Göttingen

Zahlreiche Flaggen der Palästinensischen Autonomiegebiete werden geschwenkt, ein kleines Mädchen hält ein Transparent mit der kämpferischen Parole: „Trumps Entscheidung fällt“. Ihre Mutter zeigt eine Karikatur des US-amerikanischen Präsidenten, dem eine Palästinenserin den Hintern versohlt. Nur wenige Tafeln richten sich gegen Israel, in den deutschsprachigen Sprechchören wird das Land nicht erwähnt.

Nachdem es 2014 bei einer Kundgebung zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und dem Verbrennen einer Israel-Fahne in der Innenstadt gekommen war, wurde im Vorfeld dieser Aktion über die Medien aufgefordert, auf antisemitische Äußerungen und Symbolik zu verzichten. Der Standort der „Mahnwache für Palästina“ war zudem von der Weender Straße an den Bahnhof, eine Gegendemonstration an die Stadthalle verlegt worden.

Aufeinandertreffen der Demonstranten am Bahnhof

Zu einem direkten Aufeinandertreffen beider Gruppen, das die Stadtverwaltung auf diese Weise hatte verhindern wollen, kommt es dennoch. Einsatzkräfte der Polizei verhindern eine mögliche Auseinandersetzung, als Teilnehmer der vom Bündnis „Jachad – gegen Antisemitismus und Antizionismus“ angemeldeten Gegendemo mit Israel-Fahnen am Bahnhof auftauchen.

An dieser beteiligen sich am Albaniplatz etwa 50 Menschen. Association Progrès, der Fachschaftsrat Sozialwissenschaften und die Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft solidarisieren sich mit Jachad. Man wolle nicht tatenlos dabei zuzusehen, wie Israel „öffentlich dämonisiert und jüdisches Leben in Deutschland durch offenen Hass verunmöglicht wird“, heißt es im Vorfeld.

Friedlicher Verlauf

Die Kritik an der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt bezeichnet ein Sprecher während der Kundgebung als vordergründig. „Man kann davon ausgehen, dass in deutschen Innenstädten ’Kindermörder’-Sprechchöre zu hören wären, wenn die USA ihre Botschaft nach Mönchengladbach verlegt hätte.“ Es gehe den Demonstranten nicht um politische Forderungen, es gehe ihnen auch nicht um Jerusalem.

Abgesehen von vereinzelten Störversuchen im Umfeld des Bahnhofs seien die Demonstrationen friedlich verlaufen, heißt es in der Bilanz der Polizei. Um 15.30 Uhr sind beide Veranstaltungen beendet. Der Jerusalem-Konflikt kommt in Göttingen ohne Gewalt aus.

Von Markus Scharf

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