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Göttingen Kuqua: Güntzler (CDU) fordert „nachhaltiges Finanzierungskonzept“
Die Region Göttingen Kuqua: Güntzler (CDU) fordert „nachhaltiges Finanzierungskonzept“
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00:19 15.06.2018
In der südlichen Innenstadt soll das Göttinger Kunstquartier entstehen. Quelle: meder
Göttingen

Während viele Parteien und Institutionen die hinter dem Kunstquartier stehende Idee für gut befinden, stößt die Finanzierung auf Kritik. Die Finanzierung der Baukosten steht nun wohl – durch eine Spende des Duderstädter Unternehmers Hans-Georg Näder. Auch wenn der Bauausschuss des Rates die Freigabe für den Weiterbau des Galeriehauses von einer Million Euro – so hoch ist Näders Spende – zunächst vertagt hat. Die Kosten für den dann laufenden Betrieb jedoch machen vielen Sorgen.

Güntzler: Längerfristige Planung für Kuqua nötig

So fordert der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) ein „nachhaltiges Finanzierungskonzept“ für das Kuqua. Gemeint sei damit nicht nur eine Finanzierung für zwei Jahre – die ebenfalls noch nicht steht –, sondern eine längerfristige Planung. „Können wir uns das leisten?“ sei die zentrale Frage hierbei. Konkret: „Wie hoch ist der Finanzierungsbedarf pro Jahr?“.

„Es wird eine hohe sechsstellige Zahl sein“, schätzt Güntzler die Kosten für den in Zukunft laufenden Betrieb des Kuquas pro Jahr ein. Doch solche Schätzungen reichten nicht. Es müssten valide Zahlen her, um zu sehen, wieviel die Stadt beisteuern könne und wieviel von Sponsoren kommen müsse. „Das darf nicht zulasten anderer Kultureinrichtungen gehen“, sagt der Bundestagsabgeordnete über die Mittel der Stadt.

Auch die Göttinger CDU-Ratsfraktion stellt jetzt eine Anfrage mit ähnlichen Fragen an die Stadtverwaltung. Darin wird es als „unhaltbarer Zustand“ bezeichnet, dass die Betriebskosten nicht gedeckt seien. Die Fraktion fordert ein Gesamtkonzept für den Betrieb, in dem Fragen nach der Betriebsform, den Ausstellungen, Eintrittsgeldern, Personalbedarf, Betriebskosten und der Anteil vertraglich zugesicherter Sponsorengelder geklärt werden. Katharina Schüle-Rennschuh (CDU), Mitglied im Kulturausschuss, sagt dazu: „Man kann doch nicht ein solches Galeriegebäude bauen und nicht wissen, wo das Geld für die Unterhaltung herkommen soll.“

Güntzler: „Es darf keinen ungedeckten Scheck auf die Zukunft geben.“

Allein der Plan, eine gemeinnützige GmbH zu gründen, um Sponsoren und Förderer für das Projekt zu werben, könne ein nachhaltiges Finanzierungskonzept nicht ersetzen, so Güntzler. Solange die Finanzierung des Betriebs nicht geklärt sei, dürfe die Investition nicht weiter vorangebracht werden, so seine Meinung. „Es darf keinen ungedeckten Scheck auf die Zukunft geben.“

Dabei findet Güntzler, dass das Kuqua eine Bereicherung für Göttingen sein kann. „Aber das gute Konzept leidet darunter, dass solche Fragen offen bleiben“. Es sei nicht „provinziell“, nach der Finanzierung und den Kosten zu fragen. So hatte Tom Wedrins (SPD) sich im Bauausschuss zwar verständnisvoll gegenüber den Kuqua-Kritikern aus CDU, Grünen und FDP gezeigt, die ein Betriebskonzept forderten, dann aber gesagt: „Sie wollen Provinz. Wir wollen den Aufbruch.“

Kritik an fehlendem Finanzierungskonzept von CDU, Grünen und FDP

Das sehen viele wohl anders: „Es ist unerklärlich, dass noch kein Konzept dafür vorgelegt worden ist“, sagt Olaf Feuerstein (CDU) zu dem fehlenden Plan für den Betrieb des Kuquas. Ebenfalls als stark bedauerlich empfindet es Rolf Becker (Grüne), dass die Verwaltung nur Andeutungen mache, was den Betrieb des Kunsthauses und die Finanzierung der laufenden Kosten angeht. Felicitas Oldenburg von der FDP warnte, dass sich die Stadt ein „überteuertes Betriebskonzept“ nicht leisten könne. Sie befürchte, dass das Versprechen der Stadtverwaltung, dass es wegen des Kuquas keine Einschnitte bei anderen Kultureinrichtungen geben werde, nicht eingehalten werden könnte.

Auch der Verein „Kultur unterstützt Stadt“ (Kunst), in dem nach eigenen Angaben fast alle Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen vertreten sind, glaubt an eine Bereicherung für Göttingen durch das Kuqua. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das zu erstellende Konzept durchdacht und mit Blick auf die künftigen Betriebskosten überzeugend und belastbar ist. Gleichzeitig fordert der Verein die Stadtverwaltung auf, sich nach Gründung der geplanten gemeinnützigen GmbH durch die Stadt um mögliche Kooperationspartner zu bemühen.

Güntzler sieht Näders Vergleich mit New York skeptisch

Neben all den Bemühungen müssten aber die Betriebskosten „endlich beziffert werden“, fordert Güntzler. Näders Vergleich im Tageblatt-Interview mit der Kunst- und Museenszene in New York – wo Sammler und andere Kunst-Engagierte sich für solche Kunstprojekte auch finanziell einsetzten – und seine Idee, dass das auch in Göttingen so sein sollte, sieht Güntzler mit Skepsis. „Da reicht es nicht, wenn Sartorius zwei Jahre lang den Eintritt sponsert“, sagt er. Das hat die Firma bereits zugesagt. „Es ist schon eine Herkules-Aufgabe, so viel Geld von Sponsoren reinzuholen“, gibt er zu bedenken. Im Gegensatz zu New York ist Göttingen eben doch Provinz.

Von Hannah Scheiwe

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