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Göttingen Notfallmediziner trainieren für schweren Unfall
Die Region Göttingen Notfallmediziner trainieren für schweren Unfall
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17:04 24.01.2019
Angehende Notärzte trainieren die Zusammenarbeit am Unfallort.
Angehende Notärzte trainieren die Zusammenarbeit am Unfallort. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Wenn es bei einem Unfall Schwerverletzte gibt, müssen Notärzte schnell und professionell handeln. 56 angehende Notfallmediziner haben am Donnerstag geübt, wie man an einer Unfallstelle vorgeht.

Notärzte üben, Verletzungen zu erkennen

Auf den ersten Blick wirkt die Szenerie auf dem Hof der Berufsfeuerwehr an der Breslauer Straße wie ein großes Chaos. Zwei Auto liegen auf der Seite, Feuerwehrmänner und Mitarbeiter der Rettungsdienste sind mit schwerem Werkzeug ausgerüstet und ziehen Menschen aus dem Wrack. Überall stehen Einsatzfahrzeuge bereit. Die Übung, die Ausbilder und Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Göttingen und des erweiterten Rettungsdienstes im Landkreis organisiert haben, ist eine Gelegenheit, die Abläufe bei einem schweren Verkehrsunfall so realistisch wie möglich zu trainieren. „Ich bin erstaunt, wie organisiert das alles bei den Feuerwehrleuten abläuft“, sagt Janna Rothe, Assistenzärztin im Weender Krankenhaus und Teilnehmerin des Kurses Rettungsmedizin. Sie hat gerade die Verletzten des Massenunfalls, gespielt von blutig geschminkten Statisten, sichten müssen. „Innerhalb von 15 Sekunden müssen wir erkennen, wer der Beteiligen wie schwer verletzt ist“, sagt sie. „Das ist ganz schön schwierig.“ Bisher, so die junge Medizinerin, kannte sie diese Abläufe nur in der Theorie.

Mediziner lernen die Vorgehensweise der Feuerwehr sowie das Zusammenarbeiten an einer Einsatzstelle. Quelle: Peter Heller

Die 56 Mediziner nehmen aktuell an einer einwöchigen Weiterbildung zum Notarzt teil, organisiert vom Zentrum Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin des Göttinger Universitätsklinikums (UMG). Organisiert wird die Übung von der Berufsfeuerwehr Göttingen und den im Rettungsdienst tätigen Organisationen Arbeiter Samariter Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe- und Malteser Hilfsdienst.

„Unsere Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, vom Bodensee bis hoch zur Küste“, sagt Markus Roessler, Ausbilder und Oberarzt an der UMG. „Die Mediziner können hier die technische Rettung aus Fahrzeugen, die Vorgehensweise der Feuerwehr sowie das Zusammenarbeiten an einer Einsatzstelle üben“, sagt der Leitende Notarzt. Notarzt können Mediziner werden, die mindestens zwei Jahre Berufserfahrung haben, ein halbes Jahr in der Anästhesie, Notfall- oder Intensivmedizin gearbeitet haben und bereits Rettungsdienst gefahren sind. Der Kurs ist für die Anerkennung Pflicht, eine Prüfung schließt sich an.

Der richtige Umgang mit dem „Manv“

Jörg Stöber von der Feuerwehr hat auf dem Hof einen Massenanfall von Verletzten – im Retterjargon Manv - inszeniert. Die Ärzte müssen die Verletzten in drei Kategorien einteilen, je nachdem, wie schnell sie behandelt werden müssen: „Sofort, schnell, schonend“, so lautet die „Heilige Dreifaltigkeit“ der Retter.

„Vor allem die Herausforderung, aktiv Leben zu retten, ist spannend“, sagt Lena Büttner. Sie ist Ärztin in einer Northeimer Klinik. Der Kurs habe ihr Interesse an der Notfallmedizin bestätigt. „Ich kann ja auch bei uns nach der Ausbildung im Rettungsdienst fahren“, sagt sie. Auf die praktische Übung folgt wieder die Theorie. Die jungen Ärzte legen Spreizer und schweres Gerät, das sie ausprobieren durften, wieder beiseite. Aber: „Ihr werdet alle einmal in solch eine Situation kommen“, sagt Stöber zu seien Schülern.

Von Britta Bielefeld

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