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Göttingen LKW-Fahrer mit K.o.-Spray betäubt
Die Region Göttingen LKW-Fahrer mit K.o.-Spray betäubt
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21:39 19.07.2011
Von Jürgen Gückel
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Mutmaßlich mit so genanntem K.o.-Spray betäuben die Täter schlafende Fernfahrer in den Kabinen ihrer Lastwagen, brechen dann die Fahrerkabinen auf und berauben sie. Dass ein Betäubungsmittel in Form von Spray eingesetzt wird, ist vorerst nur eine Vermutung. In den jüngsten Fällen klagten mehrere beraubte Fahrer darüber, nachts von dem Einbruch in ihre Führerkabinen nichts bemerkt zu haben und morgens mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und ohne Erinnerung an Vorkommnisse der Nacht aufgewacht zu sein. In einem Fall hat ein betroffener Fernfahrer im Krankenhaus Seesen medizinische Hilfe gesucht und sich auch Blut- und Urinproben abnehmen lassen, damit ermittelt werden kann, ob und mit welchen Mitteln er heimlich betäubt wurde.

Bei der Serie Anfang 2008 hatte man trotz des dringenden Verdachts, dass derartige Mittel eingesetzt wurden, niemals definitiv feststellen können, ob wirklich K.o.-Spray angewandt wurde. Damals waren etliche Fälle, mehrfach auf dem Parkplatz Parenser Kopf bei Bovenden, gemeldet worden. Offenbar war eine ganze Bande Brummi-Räuber im Einsatz.
Die Polizei reagierte damals mit einer umfangreichen Aufklärungskampagne. Fernfahrer wurden an ihren Schlafplätzen aufgesucht und durch Handzettel informiert. Der Truckerstammtisch thematisierte die besonders perfide Art von Raubüberfällen. Viele Lastwagenfahrer schafften sich danach so genannte K.o.-Melder an. Die Geräte melden das Eindringen von Gas in Fahrzeuginnenräume durch einen lauten Signalton. Viele Wohnmobilfahrer nutzen die Geräte, nachdem es schon in den 90er-Jahren in Österreich und bis heute in Südfrankreich vielfach derartige Überfälle auf Camper gegeben hatte.

Bei den jüngsten Fällen im Bereich der Autobahnpolizei-Dienststellen Hildesheim und Göttingen waren sechs Fahrer betroffen. Ihnen wurden Handys, Papiere, Kreditkarten und Bargeld geraubt. Einer der Schauplätze war die Rastanlage der A7 bei Echte. Weitere Tatorte liegen im Bereich Bockenem. Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest. Die Polizei muss auch noch klären, in welcher Dienststelle die Raubserie zentral bearbeitet wird.