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Göttingen Mehr verkaufsoffene Sonntage in Göttingen? Meinungen gehen auseinander
Die Region Göttingen Mehr verkaufsoffene Sonntage in Göttingen? Meinungen gehen auseinander
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07:10 21.02.2019
Die Meinungen zu den geplanten Änderungen des Ladenöffnungsgesetzes gehen auseinander.
Die Meinungen zu den geplanten Änderungen des Ladenöffnungsgesetzes gehen auseinander. Quelle: dpa
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Duderstadt/Göttingen/Northeim

In der Debatte um die mögliche Änderung des Ladenöffnungs- und Verkaufszeitengesetzes zeigen sich die Stadtverwaltungen in der Region und die Vertreter des Handels gelassen. In den sozialen Medien gehen die Meinungen der Göttinger hingegen auseinander.

Im April vergangenen Jahres ist verkaufsoffener Sonntag in der Göttinger Innenstadt mit dem Thema „Göttingen zieht an“. Quelle: Peter Heller

„So viele Änderungen werden für uns gar nicht eintreten“, meint Sabine Holste-Hoffmann von der Duderstädter Stadtverwaltung zu den künftig möglichen sechs statt vier verkaufsoffenen Sonntagen. „Wir sind ein katholisch geprägtes Gebiet“, sagt sie. „Die Stadt steht voll hinter dem Arbeitsschutz und dem Schutz des Sonntags als Ruhetag. Aber dies ist keine große Veränderung.“

Veränderungen durch digitales Zeitalter

Die Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Mitte in Göttingen, Kirsten Weber, unterstreicht die nachhaltige Veränderung des Freizeit- und Einkaufsverhaltens im digitalen Zeitalter. „Verbraucher können sonntags bequem vom Sofa im Internet einkaufen“, sagt sie. „Das wirkt sich in bedenklicher Weise auf die Innenstadtentwicklung aus: Ladengeschäfte werden vermehrt schließen müssen, die mit dem Online-Handel nicht mithalten können.“ Der verkaufsoffene Sonntag sei deshalb ein attraktives und erfolgreiches Mittel, um die Kunden an den Einzelhandel zu binden.

Der Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung, Dominik Kimyon, kann noch nicht abschätzen, ob dort für zwei weitere Sonntagsöffnungen überhaupt Bedarf besteht. „Pro und Contra sind offensichtlich und wurden bereits auf Landesebene intensiv diskutiert“, sagt er. „Einer möglichen Belebung der Stadt an einem Sonntag stehen Interessen der Beschäftigten und der Grundgedanke eines geschützten Sonntags entgegen.“ Auch in Northeim soll erst nach einem Beschluss der Gesetzesänderung geprüft werden, ob diese Auswirkungen auf die Sonntagsöffnungen in der Stadt hat, sagt Susanne Mönkemeyer von der Stadtverwaltung.

Pro City und Einzelhändler haben bei einem verkaufsoffenen Sonntag im vergangenen Jahr Aktionen und Angebote vorbereitet. Quelle: Peter Heller

Diskussion in sozialen Medien

In den sozialen Medien diskutieren die Göttinger die Änderungspläne hitzig. „Der Sonntag gehört der Familie, Punkt!“, schreibt Bernd Ziemann auf der Facebookseite des Tageblatts. Auch andere Nutzer kritisieren das Konzept des Einzelhandels als familienunfreundlich. Tanja Asmus dagegen befürwortet mehr verkaufsoffene Sonntage. „Oft habe ich nur das Wochenende mit meinen Mann, wo ich mal shoppen gehen kann“, schreibt sie.

Catharina Amm arbeitet im Einzelhandel und lehnt die Änderungen ab: „Die Läden haben von Montag bis Samstag offen, das reicht doch?“ Einige Nutzer weisen darauf hin, dass andere Berufsgruppen wie Krankenpfleger und Bäcker regelmäßig sonntags arbeiten. Der Einzelhandel müsse sich gegen die Onlineangebote schlagkräftiger aufstellen können. Für Hendrik Große dagegen ist klar: „Ich werde dieses Angebot des verkaufsoffenen Sonntags künftig gar nicht mehr in Anspruch nehmen!“

Ausgelöst wurde die Debatte dadurch, dass die niedersächsische Landesregierung einen Änderungsentwurf zum Ladenöffnungsgesetz in den Landtag eingebracht hatte. Danach sollen künftig bis zu sechs verkaufsoffene Sonntage in einer Gemeinde möglich sein. Die Vertreter der Kirchen und von Verdi in Südniedersachsen hatten die Änderungen Anfang der Woche abgelehnt. Wann der Landtag über die Änderungen abstimmt, ist noch nicht abzusehen.

Von Norma Jean Böger

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