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Göttingen Lampen: Verwaltung für Modell Modullum
Die Region Göttingen Lampen: Verwaltung für Modell Modullum
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17:53 11.03.2012
Von Michael Brakemeier
Leuchtentest: Die Bauverwaltung favorisiert das Modell Modullum (Mitte).
Leuchtentest: Die Bauverwaltung favorisiert das Modell Modullum (Mitte). Quelle: Vetter
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Göttingen

So spricht sich die SPD-Ratsfraktion in einem Schreien an Stadtbaurat Thomas Dienberg dafür aus, „die bereits in den sanierten Seitenstraßen aufgestellten und für gut befundenen Leuchten“ auch in der Weender Straße und dem Markt aufzustellen. Grund: „Keine der auf dem Marktplatz aufgestellten Lampen halten wir und mit uns viele Bürger für geeignet.“ Die Rückmeldung sei „verheerend“ gewesen, berichtet Christian Henze (SPD). Eine Lösung, die im Grundsatz auch von den anderen Ratsfraktionen mitgetragen wird.

Der Favorit der Bauverwaltung ist hingegen das Modell Modullum (die mittlere der auf dem Marktplatz aufgestellten Musterleuchten). Lanova und Olivio sind nach Auffassung der Bauverwaltung wegen der teilweise „ungünstigen Lichtausleuchtung“ nicht geeignet. Modullum hingegen würde die Straße gleichmäßig und weit ausleuchten.

„Besser kann man das nicht machen“, sagte Dinah Epperlein vom städtischen Energiereferat. Stadtplaner Werner Lepper machte deutlich, dass die Leuchten, die zum Einsatz kommen sollen, keinesfalls „gestalterische Akzente“ in der Straße setzen sollen. „Die Leuchten sollen sich unterordnen“, so Lepper. Nach Möglichkeit sollten die Häuserfassaden durch die Laternen nicht beleuchtet werden, nur die Straße. Das ließe den Hauseigentümern die Möglichkeit, an den Hausfassaden eigene Beleuchtungsakzente zu setzten. Mit Modullum sei dies möglich. Dienberg schloss den vorgebrachten Kompromiss, in der Weender Straße die Lampen aus den Seitenstraßen zu verwenden und auf dem Marktplatz neue Leuchten aufzustellen, aus. Das sei nicht „schlüssig“. Zudem verwies er auf den Siegerentwurf des Planungswettbewerbes, der Laternen in Stelenform vorsieht.

Aufstellung nicht ideal gelaufen

Gegenüber dem Tageblatt räumt Dienberg ein, dass die Aufstellung der drei Musterleuchten vor dem Alten Rathaus alles andere als ideal gelaufen sei. Weder haben diese die Höhe, wie sie die Leuchten tatsächlich einmal haben sollen. Das von der Verwaltung bevorzugte Modell Modullum etwa ist derzeit einen Meter höher als später geplant. Auch die in den Leuchten verwendete Wattleistung entspricht nicht der, die später in der Weender Straße zum Einsatz kommen soll. Rund 35 Watt sollen es werden, jetzt sind es 70 Watt.

„Das ist nicht gut überlegt worden“, sagt Dienberg. Teilweise habe dies an den Lieferbedingungen der Hersteller gelegen. Die Masten der Leuchte Modullum, so Dienberg, seien auch in deutlich hellerer Farbe erhältlich. Ihre dunkle Farbe war ebenfalls kritisiert worden, unter anderem von Ulrich Holefleisch (Grüne).

Jetzt will die Stadtverwaltung nachbessern: In dieser Woche soll das Modell Modullum in richtiger Höhe und mit richtiger Wattleistung gemeinsam mit einer Leuchte aus den Seitenstraßen vor Tchibo aufgestellt werden, um die Varianten besser vergleichen zu können. Spätestens in der einzigen April-Sitzung des Bauausschusses soll endgültig eine Entscheidung über die Leuchten fallen.

Drei Test-Lampen stehen derzeit vor dem Alten Rathaus in Göttingen. Künftig soll eines der Modelle in der zentralen Fußgängerzone die alten Kugellampen ersetzen.