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Göttingen Land soll Kindertagesstätten finanziell „angemessen“ unterstützen
Die Region Göttingen Land soll Kindertagesstätten finanziell „angemessen“ unterstützen
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20:45 14.01.2018
Die Finanzierung der Kitas sorgt derzeit für Diskussionen. Quelle: dpa
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Göttingen

Eine „angemessene Erhöhung der Finanzhilfe“ für den Betrieb der Kindergärten fordert Göttingens Superintendent Friedrich Selter vom Land. Er unterstützt damit den Landesbischof. Dieser hat auf den Beschluss von SPD und CDU reagiert, das erste und zweite Kindergartenjahr für Eltern gebührenfrei zu machen.

Die laut Koalitionsvertrag künftig wegfallenden Elterngebühren, so Landesbischof Ralf Meister, wolle das Land durch Pauschalzahlungen ersetzen. Das Kultusministerium plane – abhängig von der Betreuungszeit – monatliche Zahlungen von 126 Euro oder 167 Euro pro Kind. Diese Beträge würden aber den „unterschiedlichen Realitäten“ der Träger von Kindertagesstätten „nicht gerecht“, betont Meister in seiner Funktion als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

„In den 38 evangelischen Kindertagesstätten des Kirchenkreises Göttingen liegen die Elternbeiträge deutlich über den Pauschalen“, bestätigt Wiebke Bartels, die beim Kirchenkreisamt Göttingen die Kita-Abteilung leitet. Nach Informationen des Landesbischofs decken die Elternbeiträge bis zu 30 Prozent der Kosten, die beim Betrieb der Kita anfallen.

„Auch die Pauschalen, die das Land bereits seit Jahren für das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung zahlt, sind in der Regel zu niedrig“, weiß Bartels. Bisher kommen die Kommunen für die so entstehenden Fehlbeträge auf. Diese Last vergrößere sie nun durch den Beschluss von SPD und CDU. Entsprechend steige der Druck der Städte und Gemeinden auf die freien Träger.

„Wir sitzen demnächst wieder mit den Kommunen zusammen, um über die Kostenübernahmen zu betraten“, berichtet Bartels. „Einsparpotentiale bei unseren 38 Kindertagesstätten gibt es nicht“, betont Superintendent Selter. Es werde bereits „absolut am Limit“ gearbeitet. Weitere Kostensenkungen würden zulasten der Qualität gehen, warnt Bartels. Dabei gebe es aber Standards, die von Bund und Land gesetzt würden und die nicht unterschritten werden dürften. Die Kirche als größter freier Träger in Stadt und Landkreis habe im Einzelfall vielleicht noch gewisse Spielräume Kosten anderweitig aufzufangen. Für viele andere freie Träger gelte das nicht.

„Grundsätzlich begrüße ich den Vorstoß der Landesregierung, die Elementarbildung – ähnlich wie die Schulbildung – für Eltern kostenfrei zu machen“, stellt Superintendent Selter klar. Er halte das für den „richtigen Schritt“, der allerdings bei Familien mit hohem Einkommen „nicht zwingend erforderlich“ sei. Wenn das Land allerdings die Kindertagesstätten finanziell nicht richtig ausstatte, drohe der Schuss „nach hinten“ loszugehen. Die Einrichtungen könnten dann ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag nicht angemessen nachkommen.

Die örtlichen Kirchengemeinden im Raum Göttingen haben in den vergangenen acht Jahren die Trägerschaft für die insgesamt 38 evangelischen Kindertagesstätten an vier Verbände abgegeben. Einzige Ausnahme ist eine Kita in Nörten-Hardenberg. In allen vier Verbänden übt Bartels vom Kirchenkreisamt die Geschäftsführung aus. Die pädagogische Leitung liegt in den Händen der einzelnen Kindertagesstätten. Die örtlichen Pastoren sind für die religionspädagogische und seelsorgerische Betreuung zuständig.

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen sind laut Landesbischof mit rund 1000 Kindertageseinrichtungen der größte freie Träger im Land. Daneben gibt es noch andere freie Träger wie die katholische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt oder das Deutsche Rote Kreuz.

Von Michael Caspar mit epd

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