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Göttingen Land will Lehrerstunden jetzt „spitz abrechnen“
Die Region Göttingen Land will Lehrerstunden jetzt „spitz abrechnen“
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20:09 01.07.2011
Von Ulrich Schubert
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Göttingen

Nach den Sommerferien wollen die Käthe-Kollwitz-Hauptschule sowie die Hainbund- und die Hagenberg-Grundschule mit Ganztagsangeboten starten. Rat und Schulverwaltung haben die Weichen dafür gestellt – inklusive Mensa und Grundausstattung. Das Land beteiligt sich bei bisherigen Ganztagsschulen mit einer bestimmten Anzahl Lehrerstunden. Die meisten davon lassen sich Schule und Träger – auch in den Landkreisgemeinden – als Kapital auszahlen und holen sich damit Projektpartner und Honorarkräfte – zum Beispiel aus Sportvereinen.

Der Zuschuss vom Land war bisher eine Art Grund-Etat, unabhängig von der Zahl der Erstanmeldungen oder Struktur der Angebote. Schon diesen Posten werteten viele als unzureichend. Jetzt aber will das Land die Lehrerstunden „spitz abrechen“ und seinen Anteil damit weiter deutlich reduzieren, erklärte Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske im Ausschuss. Weil die Stadt an ihren Schulen die Ganztagsangebote jahrgangsweise aufbaut, solle es nur anteilig Lehrerstunden geben. Konkret: Für ihre Nachmittagsbetreuung in zwei Jahrgängen hätte die Hainbundschule bisher zehn Lehrerstunden bekommen, jetzt aber nur fünf. Die Hagenbergschule soll mit drei statt zehn Lehrerstunden starten, die Käthe-Kollwitz-Schule mit vier statt 7,5.

Für die Schulpolitiker des Rates ist das „empörend“ und „skandalös“. Sie formulierten auf Antrag von SPD und Grünen einen Arbeitsauftrag an Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD). Er soll beim Kultusministerium „in Gesprächen darauf hinwirken“, dass die drei neuen Göttinger Ganztagsschulen wie geplant starten können. Über den Antrag entscheidet der Rat abschließend in seiner Sitzung am Montag, 4. Juli, um 18 Uhr im Neuen Rathaus.