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Göttingen Neues Busangebot kommt gut ins Rollen
Die Region Göttingen Neues Busangebot kommt gut ins Rollen
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00:26 27.05.2019
Die Busse auf der Linie zwischen Duderstadt und Göttingen sollen bis Ende des Jahres mit W-Lan ausgestattet werden. Quelle: Christina Hinzmann
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Duderstadt/Göttingen

Vor nicht ganz zwei Monaten ist am 1. April der Landesbus L 160 als schnelle Verbindung zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof in Duderstadt und dem Bahnhof Göttingen gestartet. Mit den Bussen dieser Linie sollen Busnutzer in 45 Minuten von Duderstadt nach Göttingen und umgekehrt kommen.

Über die bisherigen Fahrgastzahlen kann nach Auskunft des Geschäftsführers des Zweckverbandes Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN), Michael Frömming, noch keine Aussage getroffen werden. Derzeit erfolge aber über mehrere Wochen hinweg eine Zählung der Fahrgäste. „Die ersten beiden Monate haben wir noch nicht erfasst, da es zunächst darum geht, dass der Fahrplan ebenso wie technische Rahmenbedingungen einwandfrei funktionieren“, erklärt Frömming. Die Besetzung der Busse ist aus Sicht von Gerd Aschoff, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn Südniedersachsen, noch schwankend und von daher ausbaufähig. „Dies verwundert uns aber nach der kurzen Anlaufzeit nicht“, sagt Aschoff.

Gutes Wochenendangebot

Für Aschoff bringt die neue Linie deutliche Verbesserungen mit sich, beispielsweise die kurzen Fahrzeiten und das Fahrtenangebot bis in den späten Abend hinein. Zudem bringe die neue Linie vor allem für Ebergötzen im Zusammenspiel mit anderen Linien einen Mehrwert. Gut sei auch, dass die Linie 160 auch ein Wochenendangebot beinhalte. Mit diesem haben Nutzer auch am Sonnabend und Sonntag die Möglichkeit, stündlich zwischen Göttingen und Duderstadt zu pendeln. Der letzte Bus am Sonnabend in Richtung Duderstadt startet um 23.10 Uhr am Göttinger Bahnhof. In Duderstadt fährt der letzte Bus um 22.10 Uhr am ZOB ab. Am Sonntag fährt der erste Bus in Richtung Duderstadt um 7.10 Uhr. Nach Göttingen kann ab 7 Uhr gefahren werden. Die Kosten für die Fahrten mit dem Landesbus betragen nach Angaben des ZVSN im Abo im Monat 146, 25 Euro.

Horst Weihrauch, dessen Busunternehmen die Linie bedient, erklärt, dass die angestrebte Fahrzeit von 45 Minuten nach einigen Anpassungen im Fahrplan gut einzuhalten sei. Die Anzahl der Fahrgäste sei je nach Tageszeit unterschiedlich. Es gebe auch Randlagen, zu denen kaum Gäste den Bus nutzten. „Die Fahrgastzahlen sind erfreulich, aber noch nicht befriedigend“, sagt Weihrauch. Doch er gehe davon aus, dass die L160 eine gute Sache werde. Hierzu sollen unter anderem auch die neuen, grünen Busse, die bis Ende Juni im Einsatz sein sollen beitragen, ebenso wie das W-Lan, das bis spätestens Ende des Jahres in den Bussen verfügbar sein soll.

Förderprogramm des Landes

Bei der neuen Linie zwischen Göttingen und Duderstadt handelt es sich um eine Linie, die aus einem Förderprogramm des Landes hervorgegangen ist. Mit dem Landeszuschuss soll die Hälfte des Betriebsdefizits abgedeckt werden. Die andere Hälfte müsse vom Landkreis übernommen werden. Insgesamt seien in Niedersachsen bis zu 35 solcher Landesbuslinien möglich. Nach Auskunft Aschoffs sind diese Linien entstanden, um vorhandene Lücken im Schienennetz auszugleichen. Deshalb seien zwar weitere solche Linien in Südniedersachsen nicht ausgeschlossen, aber vermutlich schwer umzusetzen, da es sich um Angebote handele, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden müssen, weil sie sonst nur sehr teuer oder mit wenigen Fahrten versehen angeboten werden könnten. „Nach erheblichen Angebotsverbesserungen des ZVSN im Bereich Südharz und Solling stoßen wir leider unter den gegebenen Bedingungen an die Grenzen der Finanzierbarkeit“, sagt Aschoff. Frömming betont zudem, dass eine Schnellbuslinie in Richtung Hann. Münden oder Osterode nicht machbar sei, da die Landesbusse Lücken im Schienennetz ausgleichen sollen, es in diesen Bereichen aber jeweils einen Schienenverkehr gebe.

Für die Linie zwischen Göttingen und Duderstadt sind die Beteiligten sich einig, dass diese zu einem Erfolg werden kann, wenn erst einmal alle Anlaufschwierigkeiten überwunden sind und auch die noch im Bau befindliche Umsteigeanlage in Ebergötzen im kommenden Jahr fertiggestellt wird.

Hohe Preise als Problem

Für viele potenzielle Kunden sind die als zu hoch empfundenen Tarife ein Grund auf die Fahrt mit Bus und Bahn zu verzichten. Deshalb sind aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn günstige Tarife ein wichtiger Bestandteil, um eine bessere Akzeptanz von öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. „Deshalb freuen wir uns, dass Landrat Bernhard Reuter (SPD) das „Fünf-Euro-Ticket” angestoßen hat“, sagt Aschoff. Deshalb seien die Mitglieder des Fahrgastverbandes gespannt, welche Tarifvergünstigungen mit den Tarifanpassungen des ZVSN verbunden sein werden.

MIchael Frömming spricht bei einer Veranstaltung von Pro Bahn. Neben ihn der Vorsitzende Gerd Aschoff Quelle: Wölk

Die Eckpunkte des Tarifgutachtens werden derzeit in den politischen Gremien, in denen der ZVSN zuständig ist, beraten. Für Frömming ist es wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr attraktiver werde. Für die jetzige Tarifanpassung habe es daher auch eine Beteiligung der Fahrgäste gegeben, um zu erfahren, welche Wünsche diese haben. „Wir sind mit unseren Tarifen vergleichsweise teuer“, sagt Frömming bei einer Veranstaltung von Pro Bahn. In den jetzigen Berechnungen sei auch das von Reuter angestrebte „Fünf-Euro-Ticket“ mit berechnet wurden. Dies habe in der vorgesehenen Form Mindererlöse von rund 2,5 Millionen Euro zur Folge. „Deshalb ist zu überlegen, ob die fünf Euro Regel beispielsweise erst ab 9 Uhr gilt“, sagt Frömming. Er betont aber auch, dass bei allen Wünschen es auch wichtig sei, dass die Menschen, die sich etwas Wünschen auch den öffentlichen Nahverkehr nutzen, und so zu dessen Erhalt beitragen. Für Aschoff ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass die längeren Distanzen, etwa vom Südharz nach Göttingen, vergünstigt werden, denn der Anstoß für das “Fünf-Euro-Ticket” erfolgte im Zusammenhang mit der Kreisfusion Göttingen-Osterode“, erklärt Aschoff.

Angebote ausprobieren

Der VSN ist, für die Vertreter des Fahrgastverbandes insbesondere für Gelegenheitsfahrer zu teuer. „ Aber es gibt auch attraktive Tarife, die wahrlich nicht zu teuer sind, etwa die VSN-Gruppentageskarte, die fünf Personen für 37 Euro den ganzen Tarifverbund Südniedersachsen erkunden lässt“, meint Aschoff. Und das Niedersachsen-Ticket reiche für eine Person (24 Euro) landesweit bis nach Bremen und Hamburg. Pro Person kommen dann fünf Euro drauf, also 44 Euro für fünf Personen. „Da kann man nicht meckern, und wir raten immer, die Angebote einfach mal auszuprobieren“, sagt Aschoff. Die L160 sei dafür ein attraktives Angebot.

Von Vera Wölk

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