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Göttingen Landgericht Göttingen: Bedroht, geschlagen, gewürgt und vergewaltigt
Die Region Göttingen Landgericht Göttingen: Bedroht, geschlagen, gewürgt und vergewaltigt
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20:30 28.05.2013
Von Jürgen Gückel
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Diemarden

Für all das muss sich im Landgericht Göttingen ein 36-Jähriger verantworten. Doch er schweigt zu den Vorwürfen – weil er erst hören will, was ein psychiatrischer Sachverständiger über ihn sagt.

Die schlimmsten Taten ereigneten sich am 23. September vorigen Jahres kurz nach Mitternacht. Der wegen häuslicher Gewalt Vorbestrafte fuhr mit seiner Lebensgefährtin von Göttingen über die L 569 nach Hause.

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Man stritt miteinander, als der Angeklagte kurz hinter Geismar, wo die Kreisstraße nach Diemarden abzweigt, der Frau ins Lenkrad griff, das Steuer herumriss, gleichzeitig die Handbremse zog und der schlingernde Wagen auf einer Feldwegeinfahrt kurz vor dem Graben zum Stehen kam. So stellt es die Anklage dar.

Dann soll der Mann die Frau bedroht, beschimpft, sie an den Haaren gerissen und mehrfach mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe der Fahrertür geschlagen haben. Büschelweise Haare habe er ihr ausgerissen, habe ihr weitere Faustschläge ins Gesicht, seitlich an den Kopf und auf die Oberarme versetzt und habe gedroht, sie umzubringen.

Schließlich habe er ihre Bluse aufgerissen, ihre Brust entblößt und immer wieder gequetscht. Zwei Stunden, so heißt es in der Anklage, habe die Frau die Tortur im Auto über sich ergehen lassen müssen. Damit nicht genug: Gegen 3 Uhr sei das Paar in der gemeinsamen Wohnung in einer Ortschaft der Gemeinde Gleichen angekommen.

Weihnachten wird sie nicht erleben“

Dort habe der Mann sie zu Sex gezwungen, habe sich auf sie gesetzt, als sie sich wehrte, habe sie gewaltsam entkleidet und sie schließlich vergewaltigt.

Gut einen Monat später der nächste Vorfall: Während eines Telefonats mit einem Bekannten, dessen Inhalt ihm nicht gefiel, soll der Angeklagte die Frau von hinten ergriffen, sie geschlagen und gewürgt haben. Der Teilnehmer am anderen Ende der Leitung war so erschrocken, dass er auflegte und die Polizei rief.

Die rief bei der Malträtierten zurück, die aber behauptete, alles sei in Ordnung. Dabei will sie vom Angeklagten massiv bedroht worden sein. Zwei weitere Anklagepunkte: Einmal soll der Mann der Frau heimlich nach Magdeburg gefolgt sein und ihr dort gedroht haben, sie in einem Café im dritten Stock über die Brüstung zu stoßen.

Schließlich soll er in Wut ihren Autospiegel abgerissen und vor anderen gedroht haben: „Weihnachten wird sie nicht erleben.“