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Göttingen Gericht verhängt striktes Näherungsverbot gegen Ehemann
Die Region Göttingen Gericht verhängt striktes Näherungsverbot gegen Ehemann
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19:38 31.07.2013
Von Jürgen Gückel
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Göttingen / Nörten Hardenberg

Noch am Dienstag hatte der Angeklagte zu den ihm vorgeworfenen Taten gegen seine frühere Ehefrau geschwiegen. Nach der Schilderung des elf Jahre währenden ehelichen Martyriums durch die erst 35-Jährige gab es am zweiten Prozesstag ein Verständigungsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

In dessen Folge kündigte das Gericht eine Bewährungsstrafe an, und der Angeklagte räumte die Übergriffe gegen seine damalige Frau ein.

So gab er zu, sie mit Fäusten in Rücken und Nieren geboxt zu haben, sie beleidigt, sie zu nötigen versucht und trotz einer Gewaltschutzanordnung nach der Trennung immer wieder aufgesucht zu haben. Die Nebenklagevertretung zweifelte an, dass dieses Geständnis von Reue getragen und nicht vielmehr taktisch gewesen sei.

Überdies seien die angeklagten Taten nur die Spitze des Eisbergs gewesen, denn der Arbeitslose habe im betrunkenen Zustand seine viel jüngere und unter der Angst, nach Polen zurück zu müssen, leidende Frau immer wieder gegängelt. Dass er langfristig trocken bleibe, müsse er auch erst noch beweisen.

Der Kammervorsitzende August-Wilhelm Marahrens begründete im Urteil, warum das Gericht vom Nachweis eines Alkoholverzichts absah. Als Bewährungsauflage wurden aber 100 Stunden Arbeitsauflage verhängt, deren Erlös dem Opfer zugute kommen soll. Außerdem wurde ein striktes Kontaktverbot zu Ex-Frau und Kindern ausgesprochen. Das gilt jetzt doppelt, denn die Gewaltschutzanordnung gegen den Mann ist noch immer in Kraft.