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Göttingen Leben auf Straftaten begründet
Die Region Göttingen Leben auf Straftaten begründet
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22:40 14.01.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten im Sommer 2015 gemeinsam mit weiteren Bandenmitgliedern in Göttingen und an anderen Orten in Niedersachsen komplette Lkw-Ladungen mit Metall und anderen hochwertigen Waren sowie diverse Lastwagen, Sattelauflieger und Sattelzugmaschinen entwendet hatten, um die Ladung gewinnbringend zu verkaufen. Das Gericht blieb mit seinem Urteil etwas unterhalb des Antrags der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen von vier beziehungsweise vier Jahren und drei Monaten gefordert hatte.

Der Verteidiger des 27-Jährigen plädierte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, der Verteidiger des 61-Jährigen auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe. Beide Angeklagte hatten zuvor in Spanien beziehungsweise Belgien in Auslieferungshaft gesessen, die im Verhältnis 1:1 auf die jetzt verhängte Strafe angerechnet wird.

In seiner Urteilsbegründung lobte der Vorsitzende Richter Burkard Klemke die „großartige, äußerst detailreiche und aufwendige Ermittlungsarbeit“ der Polizei, die monatelang gegen die Bande ermittelt hatte. Durch Telefonüberwachung und umfangreiche Datenauswertungen sei es den Fahndern gelungen, die Aktivitäten der hoch organisiert vorgehenden Bande zu ermitteln, so dass die einzelnen Taten den Angeklagten zugeschrieben werden konnten, sagte der Richter.

Nach Überzeugung der Kammer hat der 27-jährige Angeklagte im Juni 2015 einen zuvor in Hildesheim entwendeten Lkw, der mit mehreren Tonnen Aluminium-Schrott beladen war, von Hannover nach Nordrhein-Westfalen gefahren. Andere Bandenmitglieder sicherten den Transport ab, indem sie als Begleitkonvoi vorneweg beziehungsweise hinterher fuhren. Im Juli 2015 entwendeten die Angeklagten im Göttinger Gewerbegebiet einen Sattelauflieger, der mit 14000 Herren-Sweat-Jacken im Wert von etwa 80000 Euro beladen war. Laut Anklage koppelten sie den Auflieger an einen Sattelzug, der zuvor von einer Firma in Burgdorf gestohlen worden war, und fuhren dann in Richtung Kassel. Anschließend versuchten sie, Abnehmer für die gestohlene Ware zu finden, allerdings ohne Erfolg.

Ebenfalls im Juli 2015 entwendete die Bande zwei Sattelzugmaschinen und einen Auflieger, um größere Mengen Metall von einer zuvor ausspionierten Firma in Sittensen stehlen zu können. Dort brachen sie das Tor zum Betriebsgelände auf und luden in einer dreistündigen Aktion insgesamt 65 Tonnen Edelstahldraht im Wert von 180000 Euro auf die Lastwagen. Anschließend verfrachteten sie die Beute nach Bocholt, um die Metalle gewinnbringend zu verkaufen.

Die Staatsanwältin ging in ihrem Plädoyer auch auf die Einlassung des 61-Jährigen ein. Der Mann hatte angegeben, dass er nach Deutschland gekommen sei, um ein besseres Leben zu haben. Tatsächlich habe er einen erheblichen Teil seines Lebensunterhalts durch Straftaten finanziert. Beide Angeklagten seien von Anfang an nicht willens gewesen, sich an Normen anzupassen. Ihr gesamter Aufenthalt in Deutschland sei auf Straftaten begründet.

Von Heidi Niemann

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