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Göttingen Zu viel Müll an Containerstellplätzen: Werden sie künftig videoüberwacht?
Die Region Göttingen Zu viel Müll an Containerstellplätzen: Werden sie künftig videoüberwacht?
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17:33 04.08.2019
Ein vermüllter Containerstellplatz in Hann. Münden. Hier sind es herumliegende Altkleider. An den Stellplätzen für Glascontainer sieht es oft nicht anders aus. Quelle: R
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Göttingen

Sie sind kein schöner Anblick: Vermüllte Containerstellplätze fallen sofort negativ ins Auge. Sie entstehen zum Beispiel, wenn Bürger ihren Abfall vor den schon vollgepfropften Müllschluckern abstellen. Einige Zeitgenossen nehmen es nicht so genau und platzieren ihren Sperrmüll einfach an diesen Plätzen, wo er natürlich absolut nicht hingehört. Immer wieder sind vermüllte Containerstellplätze Grund für Kritik und Nachfragen. Eine sehr lebhafte Diskussion dazu gab es jüngst im Ortsrat von Gerblingerode. Hier stand sogar die Frage im Raum, ob eine Videoüberwachung legal wäre. Ist das Thema auch andernorts aktuell? Das Tageblatt hat nachgefragt. Eine Momentbetrachtung.

Keine Probleme in Göttingen und Hardegsen

In Göttingen winkt die Sprecherin der stadteigenen Entsorgungsbetriebe (GEB), Maja Heindorf, ab. Von einer außergewöhnlichen oder zunehmenden Vermüllung auf den Containerstellplätzen im Stadtgebiet könne keine Rede sein. „Somit erübrigt es sich auch, über eine Videoüberwachung nur ansatzweise nachzudenken. Die dürfte im öffentlichen Raum auch rechtlich problematisch sein“, gibt Heindorf zu bedenken. In Göttingen entsorgen die GEB übrigens mit Sperrmüll, Biomüll, Restmüll, Plastikmüll und Glas alle Fraktionen. Befragt nach den eventuellen Kosten, die durch den zusätzlichen Arbeitsaufwand bei der Bereinigung vermüllter Stellplätze entstehen, sagt Heindorf: „Dafür gibt es keine separate Kostenermittlung.“

„Nach interner Prüfung kann ich mitteilen, dass uns in Hardegsen keine Probleme mit vermüllten Containerplätzen bekannt sind“, antwortet Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) auf die Anfrage. Er ergänzt: „Wir haben im öffentlichen Bereich auch nur einen Altkleidercontainer am Bauhof stehen. Andere Altkleidercontainer stehen nur auf Privatgrundstücken.“ Probleme gebe es weder hier noch dort.

In Hann. Münden ist das Thema präsent

Anders in Hann. Münden. „Das Thema vermüllte Containerplätze ist hier und in den Ortschaften ein immer präsentes Thema“, bilanziert Verwaltungssprecherin Julia Bytom. Im Rahmen des Dualen Systems Deutschland habe die Stadt an 40 Standorten 77 Altglascontainern per Gestattungsvertrag die Plätze zugewiesen. Vertragspartner ist bis Ende 2020 die Firma Fehr für den Landkreis Göttingen, die Vertragsdauer beträgt drei Jahre. Im Gestattungsvertrag ergibt sich eine monatliche Reinigungspflicht der Standorte für die Partner. „Diese wird leider überwiegend vernachlässigt und der Glasbestand vor dem Container vor den Altkleidercontainer geschoben und umgekehrt“, bemängelt Bytom.

Die 48 Altkleidercontainer werden an 35 Standorten bis zum 31. Dezember dieses Jahres von der Firma Salvatore Padula SP Textilverwertung Peine im Rahmen einer Dienstleistungskonzession für einen Drei-Jahres-Zeitraum geleert. Auch diese Firma hat Reinigungspflicht im Umkreis der Container, die in der Regel wöchentlich angefahren werden. Aktuell musste in Hermannshagen eine Mitarbeiterin der Verwaltung die starken Verunreinigungen um den Container beseitigen. Eine Arbeit, die der Firma Padula in Rechnung gestellt werde, wie Bytom erläutert.

Vermüllung schadet dem Ansehen der Stadt

„Bürgermeister Wegener appelliert an alle Nutzer, die sinnvollen Container nicht für eine illegale Müllentsorgung zu nutzen“, gibt die Sprecherin das Anliegen des Gemeindechefs weiter. „Wenn die Container voll sind, können die Mitarbeiter informiert werden und diese fordern eine umgehende Abholung und Säuberung ein“, nennt Bytom den besseren Weg.

Das kistenweise Abstellen von Altglas vor den Glascontainern sei ebenfalls eine vielfach verwendete Methode, die zu einer Vermüllung der Container führe. „Das schadet dem Stadtbild und ist überaus schädlich für das touristische Ansehen der Stadt. Da ist jeder und jede persönlich gefordert, der Vermüllung entgegenzuwirken“, ruft die Stadtsprecherin zur persönlichen Übernahme von Verantwortung auf.

Unsachgemäßes Entsorgen ist Ordnungswidrigkeit

„Wenn Müll an einem Containerstandplatz unsachgemäß abgestellt wird, ist das eine Ordnungswidrigkeit und wird gegebenenfalls mit einem Bußgeld belegt“, ergänzt der Sprecher des Landkreises Göttingen, Ulrich Lottmann, in dieser Sache. Die Ermittlung der oder des Schuldigen sei aber erfahrungsgemäß schwierig. Meldungen über eine „zunehmende Vermüllung“ an Containerstandplätzen liegen der Abfallwirtschaft Göttingen nicht vor, so Lottmann.

Verpackungsordnung trat 1991 in Kraft

Als Duales System wird die haushaltsnahe Sammlung und Entsorgung von gebrauchten Verkaufsverpackungen in Deutschland bezeichnet. Grundlage dafür ist die deutsche Verpackungsverordnung, die 1991 in Kraft trat. Sie verpflichtet die Wirtschaft, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und einer Verwertung zuzuführen. Bis dahin waren ausschließlich die Gemeinden für die Abfallentsorgung zuständig.

Die neue Gesetzgebung veranlasste in Deutschland tätige Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche, einen Verbund zu gründen, der die Erfüllung der Verwertungspflichten bündeln konnte. Daraus entstand die gemeinsame Entsorgung im dualen System.

Erster privatwirtschaftlicher Anbieter dieser Dienstleistung war die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH. Im Jahr 2003 wurde erstmals im Bundesland Hessen mit der Landbell AG für Rückhol-Systeme ein zweiter Systembetreiber zugelassen, der seit 2006 bundesweit tätig ist. Inzwischen sind weitere Anbieter zugelassen. (Quelle: Wikipedia)

 

Sie erreichen den Autor per E-Mail an u.meinhard@goettinger-tageblatt.de

Von Ulrich Meinhard

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