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Landkreis Göttingen: Ungültige Stimmen für gültig erklärt

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18:20 30.09.2021
Diesen Berg an Wahlunterlagen gilt es jetzt zu archivieren. Viel Handarbeit für den kreiseigenen Fachdienst für Wahlen und Bürgerbegehren.
Diesen Berg an Wahlunterlagen gilt es jetzt zu archivieren. Viel Handarbeit für den kreiseigenen Fachdienst für Wahlen und Bürgerbegehren. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Das amtlich festgestellte Ergebnis für die Bundestagswahl im Wahlkreis Göttingen (Wahlkreis 53) steht fest. Verkündet worden ist es am Donnerstagnachmittag im Kreiswahlausschuss. Wie Kreiswahlleiterin Marion Zingel bekannt gab, sei das vorläufige Endergebnis in der Nacht zum Montag um 0.05 Uhr an das Land weitergeleitet worden. Das sei vergleichsweise früh gewesen.

Das amtliche Endergebnis weicht an einigen Stellen vom vorläufigen Endergebnis ab. Ermittlungs- oder Eingabefehler beim Erfassen der Schnellmeldungen können dafür verantwortlich sein, was nichts Ungewöhnliches sei. Zudem sind einige als ungültig bewertete Stimmzettel im Nachhinein doch noch als gültig anerkannt worden, weil der Wählerwille in akzeptabler Weise erkennbar gewesen sei. Damit ist die Bewertung des jeweiligen Wahlvorstandes aufgehoben worden.

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Es gab allerdings nur acht Änderungen, etwa: Im Wahlbezirk 115 Nikolausberg III gab es eine Erststimme mehr für Konstantin Kuhle (FDP), im Wahlbezirk 311 Alt-Grone 1 gab es eine Erststimme mehr für Fritz Güntzler (CDU). Unter dem Strich ändert das am Ausgang des Wahlergebnisses nichts.

Amtlich festgestelltes Ergebnis

Amtlich festgestellt entfielen die abgegebenen Stimmen auf die Kandidaten wie folgt: auf Andreas Philippi (SPD) 51 385, auf Fritz Güntzler (CDU) 42 958, auf Konstantin Kuhle (FDP) 15 261, auf Jürgen Trittin (Grüne) 37 060, auf Thomas Goes (Linke) 8057, auf Kay Langemeier (MLPD) 232, auf Manfred Sohn (DKP) 329, auf Olaf Töpperwien (LKR) 767, auf Gabriele Winkel (Die Basis) 3428.

Die Parteien-Stimmen: SPD 51 180, CDU 34 588, Grüne 32 448, FDP 15 638, Linke 8832, AfD 9785, Die Partei 1625, Tierschutzpartei 1713, Freie Wähler 1259, Piraten 569, NPD 174, V-Partei³ 125, ÖDP 136, MLPD 46, DKP 73, Die Basis 1570, du. 111, LKR 78, Die Humanisten 164, Team Todenhöfer 379, Volt 512.

Hohe Zahl an Briefwählern

Von insgesamt 214 542 Wahlberechtigten gaben 161 876 ihre Stimme ab, von ihnen wiederum 61 420 per Briefwahl, also deutlich mehr als ein Drittel. Das sei eine sehr hohe Zahl gewesen, hieß es aus den Reihen des kreiseigenen Fachdienstes für Wahlen und Bürgerbegehren. Kreiswahlleiterin Zingel wies darauf hin, dass 128 Wahlbriefe verspätet eingegangen sind (bei der Bundestagswahl 2017 waren es 149). Bei den Erststimmen waren 2399 ungültig (159 477 gültig), bei den Zweitstimmen waren 1571 ungültig (160 305 gültig).

Ein Lob für eine „Glanzleistung“ richtete Zingel an Jessica Bock vom oben genannten Fachdienst. Die nach ihrem Studium 2020 in die Kreisverwaltung gekommene junge Frau hatte das Wahlbüro geleitet mit allen dazu gehörenden Aufgaben, wie etwa Prüfung der Wahlvorschläge, Berufung der Briefwahlvorstände und vieles andere mehr. „Ich habe einfach das Wahlgesetz umgesetzt, so dass alle ihr Kreuz machen konnten – alle, die wollten“, fasste die Verwaltungswirtin gegenüber dem Tageblatt ihre Aufgabe kurz und bündig zusammen.

Hier ist noch Handarbeit gefragt

Sie und ihre Kollegen haben zum Abschluss der gelaufenen Wahlen nun noch die Aufgabe, alle Unterlagen zu archivieren. Die füllen, verpackt in dicke Umschläge, einen großen Tisch. Hier sei immer noch Handarbeit gefragt, hieß es.

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Die rund 3500 Wahlhelfer erhalten ein sogenanntes Erfrischungsgeld von jeweils 25 Euro. Der Bundestagswahlkreis Göttingen umfasst den Landkreis Göttingen, allerdings nicht die Gemeinden Osterode, Walkenried, Bad Grund und Hattorf.

Von Ulrich Meinhard