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Die Region Göttingen Kreistag Göttingen setzt sich für Insektenschutz ein
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17:32 16.05.2019
Honigbienen – so wie dieses Exemplar – aber auch Wildbienen sind in ihrer Existenz massiv bedroht. Beide Arten sind wichtig für die Bestäubung von Blüten. Übrigens: Am 20. Mai ist Weltbienentag. Quelle: dpa
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Göttingen

Wenn die Mitglieder des Kreistages am 23. Mai zu ihrer nächsten Sitzung zusammenkommen, werden sie einen Beschlussvorschlag aus ihren eigenen Reihen auf dem Tisch finden. Es geht um den Schutz von Insekten. Das Thema Insektensterben ist derzeit akut. Es ist ein weltweites Problem. Im Landkreis Göttingen wollen die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Freier Wählergemeinschaft Landkreis Göttingen nach Kräften gegensteuern. Die Fraktionen formulierten einen Text, der am Mittwoch im Umweltausschuss auf der Tagesordnung stand und für reichlich Diskussion sorgte.

Die Verwaltung des Landkreises soll aufgefordert werden, kreiseigene Flächen insektenfreundlich umzugestalten. Auf der Landkreis-Homepage sollen ein Appell sowie Handlungshinweise zur Realisierung insektenfreundlicher Maßnahmen veröffentlicht werden, verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Zivilgesellschaft der Hinweise annimmt. Wenn Investoren Projekte umsetzen wollen, sollen sie im Rahmen der Bauleitplanung ebenfalls Hinweise zur insektenfreundlichen Gestaltung ihrer Flächen bekommen.

Verbot von Schottergärten gefordert

Im Umweltausschuss waren sich alle Anwesenden einig, dass das Thema wichtig und richtig ist. Allerdings ist längere Zeit über die konkrete Formulierung des Textes diskutiert worden. Müssen zum Beispiel Bienen extra erwähnt werden? Müsse sie nicht, schließlich sind auch sie eine Insektenart. Soll es nun heißen „insektenfreundlich“ oder „insektenfördernd“? Ausschussmitglied Andreas Körner (CDU) meinte: „Freundlich sagt gar nichts aus.“ Dann also fördernd. Eckhard Fascher von der Kreistagsgruppe Die Linke/Piraten Partei brachte einen Änderungsantrag ein. Zusätzlich solle formuliert werden, heißt es darin, dass sich die Kreisverwaltung auch für ein Verbot beziehungsweise eine Reduzierung von Schottergärten einsetzen soll.

„Steine, Steine, Steine“

Ein Aspekt, der die Ausschussmitglieder beschäftigte. Ein Verbot von Schottergärten lasse sich gar nicht durchsetzen, argumentierte Körner. Dazu müsste die Niedersächsische Bauordnung spezifiziert werden, sagte Umweltdezernentin Christel Wemheuer (Grüne). Ihrer Einschätzung nach seien diese pflegeleichten Gärten derzeit Trend: „Steine, Steine, Steine und dazu Gehölze, die hier nicht heimisch sind“, bedauerte sie die Mode. Wemheuer gab auch zu bedenken, dass selbst bei einem gesetzlich erklärten Verbot von Steingärten die Kontrolle eine kaum zu lösende behördliche Herausforderung wäre. „Wir können wenig tun“, bilanzierte die Dezernentin im Namen der Kreisverwaltung und führte weiter aus: „Hausbesitzer können etwas tun, indem sie die Schottergärten wieder abschaffen.“ Der Landkreis könne allenfalls auf den ihm gehörenden Schulflächen mit gutem Beispiel vorangehen. „Wo die Messe gesungen wird, ist in der Landwirtschaft“, verwies sie auf eine Branche, die insbesondere mit dem Insektensterben in Verbindung gebracht wird.

Industrielle Landwirtschaft in der Kritik

In der Tat gilt das Ausbringen von Pestiziden sowie das Fehlen von Feldgehölzen, Acker- und Gewässerrandstreifen als wesentliche Ursache des bedrohlichen Rückgangs. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) gehört Deutschland zu den vier EU-Mitgliedstaaten, die am meisten Pestizide verbrauchen. Totalherbizide wie Glyphosat würden auch Pflanzen vernichten oder minimieren, die Nahrungs-, Nist- und Überwinterungsquellen für Insekten seien.

Laut aktueller Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wie „Biological Conservation“ gehen Forscher davon aus, dass 40 Prozent der Insektenarten auf der Erde in ihrem Bestand zurückgehen und aussterben können, darunter Schmetterlinge und Wildbienen.

Von Ulrich Meinhard

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