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Göttingen Familienberatung zu den Menschen bringen
Die Region Göttingen Familienberatung zu den Menschen bringen
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20:01 09.07.2019
Kreisdezernent Marcel Riethig (5.v.l.) mit Mitarbeitern verschiedener Beratungsstellen. Quelle: Böhm
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Göttingen

Zur Unterstützung von Familien und Eltern wollen der Landkreis und die Erziehungsberatungen der AWO Göttingen und Hann. Münden, der Caritas in Duderstadt und der Beratung des Landkreises in Osterode Hand in Hand arbeiten. Damit solle die präventive Arbeit weiter gestärkt werden, so Kreisrat Marcel Riethig.

„Wir bringen Leistungen oft, wenn ein Notfall eingetreten ist“, so Riethig. Mit der Kooperation sollen die vorhandenen Hilfen der Familienzentren und der Beratungstellen leichter und früher zugänglich gemacht werden.

Seit 2012 richtet der Landkreis flächendeckend seine Familienzentren ein. 16 Zentren gibt es bereits bis 2020 sollen es 20 im Kreisgebiet sein, so Riethig. Diese Einrichtungen sind feste wohnortnahe Anlaufstellen für alle Fragen rund um die Familie. „Auch für die ganz normalen Fälle“ wie Elke Ueffing von der Beratungsstelle Osterode betonte. Das im Familienleben mit seinen vielen Umbrüchen – beispielsweise am Übergang der Kinder von Kita zur Schule, nach Trennungen der Eltern, Erkrankungen –Krisen auftreten können, sei normal. „ Es ist sinnvoll sich dann Hilfe zu holen“, sagte Ueffing.

Bessere Erreichbarkeit

Mit der Kooperation wird jetzt die Erfahrung der Beratungsstellen in die wohnortnahen Zentren geholt. „Wir arbeiten schon seit 30 Jahren in der Erziehungs- und Familienberatung“, sagte Eva Schreiber von der Arbeiter-Wohlfahrt (AWO) Göttingen. Sie sei aber immer wieder überrascht, wie wenig das Angebot bekannt sei. Sie verspreche sich daher von der Kooperation zum einen mehr Menschen, die die Angebote wahrnehmen und zum zweiten gebe es durch die Familienzentren in den Ortschaften eine viel bessere Erreichbarkeit. Denn für viele sei der Aufwand zu groß, zu den Stellen nach Göttingen zu kommen.

„Der Ausbau in der Fläche ist genau richtig“, sagte auch Michael Bonder, Geschäftsführer der AWO. So könne ein niederschwelliges Angebot mehr Zugang finden. und persönliche Beratung sei besser als jeder Flyer oder das Internet. „Einmalige Chance, die Menschen zu erreichen“, nannte Ralf Regenhardt von der Caritas Duderstadt die angestrebte Zusammenarbeit.

In Prävention investieren

Zwei Drittel aller Gelder, die für Jugend und Familienbetreuung aufgebracht werden, gehen in die Einzelfall-Betreuung –wenn die Problem der Jugendlichen schon massiv sind. Das mache deutlich, wie wichtig es sei, in die Prävention zu investieren, sagte Michael Trunk vom Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz. Erziehungsberatung ohne Antrag, wenn es mal knirscht, solle künftig in den Zentren geboten werden. Und damit die Chance, Problemlagen rechtzeitig zu erkennen, Lösungen zu finden.

Durch einen regelmäßigen Austausch über Sorgen und Problemlagen von Familien sollen zudem Wünsche und Bedarfe von Eltern und Familien zukünftig besser erkannt und bei der Gestaltung von Angeboten aufgegriffen werden. Bei entsprechendem Bedarf wird es auch Sprechzeiten der Beratungsstellen vor Ort geben.

Weitere Beratungsangebote

Im Landkreis Göttingen gibt es noch weitere Unterstützungsangebote für Eltern und Familien, darunter das Netzwerk Frühe Hilfen.

Im Netzwerk Frühe Hilfen & Kinderschutz für Stadt und Landkreis Göttingen arbeiten Fachkräfte aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, die beruflich mit Kindern und Eltern zu tun haben. Die Fachkräfte befassen sich mit den Themen Schwangerschaft, Geburt, Elternschaft, gesundes Aufwachsen und Kinderschutz. Neben dem Austausch und der gegenseitigen Information stimmen sie ihre Angebote aufeinander ab.

Mit der Aktion „Elternansprache“ beispielsweise möchte das Netzwerk Frühe Hilfen Rat suchende Eltern unterstützen. Seit April sind in Göttingen und im Kreis Plakate, Poster, Postkarten und Materialien zum Mitnehmen zu finden. Unter dem Motto „Normal, dass ich so unsicher bin?“ sollen sie junge Eltern motivieren, sich bei Sorgen oder Fragen an das anonyme und kostenlose Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ (NgK) zu wenden oder die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) zu nutzen.

Von Christiane Böhm

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