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Göttingen Landkreise wollen Gasfördertechnik stoppen
Die Region Göttingen Landkreise wollen Gasfördertechnik stoppen
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19:24 18.12.2012
Von Gerald Kräft
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Göttingen

„Wir wissen nicht, ob wir ein Vetorecht als untere Wasserbehörde haben.“

Der Eichsfeldkreis gehört zum nordthüringischen Explorationsgebiet des kanadischen  Unternehmens BNK. Die politische Ebene sei sensibilisiert, aber bislang sei Fracking nicht wie in Frankreich verboten, sagte Landrat Werner Henning (CDU). BNK habe das Recht zur Erkundung, wolle nach eigenener Aussage bislang aber keine Chemikalien, sondern nur Schallwellen einsetzen. Für den nord-westlichen Werra-Meißner-Kreis bei Hessisch-Lichtenau gebe es einen Antrag zur Erkundung, sagte Landrat Stefan Reuß (SPD). Der Kreistag habe Fracking abgelehnt.

Erdgas-Potenzial

Grüne und Linke scheiterten im Bundestag mit dem Wunsch nach einem generellen Verbot des Frackings. Kritiker befürchten eine mögliche Verseuchung des Grundwassers durch den Chemikalieneinsatz zum Aufbrechen des Gesteins. Das damit erschließbare Erdgas-Potenzial ist enorm: 13 Jahre lang könnte Deutschland seinen gesamten Gasbedarf decken.

Im Mittelpunkt der 20. Kreiskonferenz der drei benachbarten Landkreise stand die Energiewende. Das heiße Thema Windenergie bereite große Probleme, so Reuter. Standorte im Grenzbereich müssten abgestimmt werden. Während der Landkreis bis 2040 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt, will der Werra-Meißner-Kreis bis 2020 erst einmal 20 Prozent erreichen.  Bei der Breitband-Versorgung setzen die nordhessischen Kreise auf die Verlegung eines eigenen Glasfasernetzes für rund 220 Millionen Euro.