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Göttingen Landvolk Göttingen bricht Verhandlungen mit Netzbetreiber Tennet ab
Die Region Göttingen Landvolk Göttingen bricht Verhandlungen mit Netzbetreiber Tennet ab
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16:50 29.12.2015
Von Matthias Heinzel
Durch die Kunststoffkabel sollen die Strom-Erdkabel gezogen werden. Quelle: dpa
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Göttingen

Dabei geht es um den Abschnitt zwischen Olenhusen und Hetjershausen. Hier ist eine Erdverkabelung vorgesehen, dafür muss Boden mit einer Tiefe von etwa 1,50 Metern und einer Breite von bis zu 30 Metern ausgehoben werden. Trassenbauherr Tennet habe ein bisheriges Angebot aus den Verhandlungen zu einem Rahmenvertrag zur Entschädigung für die Grundstücksnutzung zurückgezogen und ein deutlich schlechteres gemacht, erklärt Landvolk-Chef Achim Hübner: nur 20 Prozent des Bodenrichtwerts für die Kabeltrasse. Das will sich das Landvolk jedoch nicht gefallen lassen.

Wie verhärtet die Positionen sind, zeigte eine von Tennet vorbereitete Infoveranstaltung Anfang Dezember für die Eigentümer der Erdverkabelungs-Grundstücke. Doch weil die Tennet zuvor die bereits gemachten Angebote im unfertigen Rahmenvertrag zurückgezogen hatte, erschien keiner der Eingeladenen. Und das Landvolk brach erst einmal die Verhandlungen mit Tennet ab.

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„So kann man mit den Betroffenen nicht umgehen“, begründet Landvolk-Chef Hübner den Boykott. „Das aktuelle Angebot liegt auf der Ebene des gesetzlichen Enteignungsverfahrens. Ein Vorteil ist nicht erkennbar.“

Stattdessen wünscht sich Hübner eine Entschädigung in der Höhe, wie sie Landwirte bei Borken in Nordrhein-Westfalen vom dortigen Trassenbauherrn Amprion erhielten. „Das ist das Doppelte von dem, was wir hier bekommen sollen“, rechnet Hübner mit Verweis auf die unterschiedlichen Bodenrichtwerte vor. Die Borkener hatten mit dem Segen der Bundesnetzagentur 150 Euro pro Meter erhalten, die Landwirte aus der Region sollen nach dem Willen von Tennet hingegen mit 50 Euro abgespeist werden. Hübner: „Wir wollen nicht weniger, aber auch nicht mehr.“ Der Landvolk-Chef sieht das Ganze im jetzigen Stadium als ein „Kräftemessen“. Dem Landvolk gehe es um „möglichst viel Bodenschutz“.

Tennet antwortete bisher nicht auf eine Tageblatt-Anfrage zu dem Thema.