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Göttingen Langer Winter setzt Baugewerbe und Gärtnern zu
Die Region Göttingen Langer Winter setzt Baugewerbe und Gärtnern zu
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00:18 28.03.2013
„Keine Zeit zu verlieren“: Während viele Baustellen bei der Kälte ruhen, wird an der Königsallee und anderen Baustellen der Stadt weiter gearbeitet.
„Keine Zeit zu verlieren“: Während viele Baustellen bei der Kälte ruhen, wird an der Königsallee und anderen Baustellen der Stadt weiter gearbeitet. Quelle: CR
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  • Die Heizkosten: Ob die Gas-, Öl-, Strom- und Fernwärme-Abrechnung tatsächlich drastisch höher ausfallen wird, ist gar nicht mal sicher. Die Gas-Kunden der Göttinger Stadtwerke hätten in den ersten drei Märzwochen zwar schon 30 Millionen Kilowattstunden mehr verbraucht als vor einem Jahr (194 statt 164 Millionen Kilowattstunden). „Aber dafür war der Januar im Vergleich zu 2012 sehr warm“, schränkt Stadtwerkesprecher Klaus Plaisir ein. Und auch im Februar habe der Gas- und Wärmeverbrauch nur knapp zehn Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Dass die Abrechnung dadurch nicht ganz  so hoch ausfällt, hofft auch die Stadt Göttingen für ihre vielen Gebäude. Bestätigen dürfte sich das allerdings erst in zehn Monaten, denn „abgerechnet wird am Jahres ende“, so Sprecher Detlef Johannson.
  • Das Baugewerbe: Die Stadt Göttingen lässt auf ihren Kanal- und Straßenbaustellen weiter arbeiten – in der Groner Straße in einem schützenden  Zelt. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, so Johannson. Generell leidet das Außenbaugewerbe aber gewaltig: Während der Innenausbau problemlos weiter geht, „geht draußen gar nichts“, klagt der stellvertretende Obermeister Ernst Scheibe. „Am Montag war es so kalt, da konnte man nicht mal einen Nagel in der Hand halten.“ Zudem könnten viele Baustoffe bei unter fünf Grad nicht verarbeitet werden. Folge: Aufträge würden  verschoben, stauten sich  auf und wenn es dann warm wird, „wird es eng“. Ein weiterer Effekt des Frostwetters: „Viele Kunden warten auf einen spürbaren Frühling, bevor sie überhaupt neue Aufträge vergeben.“
  • Der Arbeitsmarkt: Viele  Bau- und Gartenfirmen treten im Winter kürzer und schicken ihre Mitarbeiter in diesem Winter noch länger nach Hause. Die Agentur für Arbeit rechnet daher mit „deutlich“ höheren Ausgaben für Saison-Kurzarbeitergeld, sagt ihre Sprecherin Christine Gudd.  ! Die Händler: Traditionell ziehe der Verkauf zu Ostern an, aber jetzt „warten viele Kunden doch auf Sonnenschein und Plustemperaturen“, sagt der Vorsitzende des Göttinger Einzelhandelsverbandes, Willi Klie. Das spürt auch Jürgen Grollmisch, Inhabern der Boutique „4fashion“ in Duderstadt: „Der Umsatz hinkt deutlich hinterher.
  • Das Badevergnügen: „Richtig gut“ läuft bei der Kälte die Sauna im Göttinger Badeparadies. Bäderchef Alexander Frey ist aber überrascht, dass die Besucherzahlen für die warme Badelandschaft trotz Kälte und Schulferien nur „auf Vorjahresniveau“ liegt. „Natürlich“ rechnet er auch mit höheren Heizkosten. Erschwert würden durch den Frost die Vorarbeiten an Außenanlagen und Becken der Freibäder. Folge: Sie werden frühestens im Mai öffnen.
  • Die Gärten und Gärtnereien: Das ist „eine Katastrophe“, sagt Tobias Manegold von der gleichnamigen Gärtnerei in Seulingen. Eigentlich beginne Anfang März die Frühblühersaison, in diesem Jahr aber falle sie aus. Vorproduzierte Pflanzen landeten im Müll. Branchenkenner „sprechen von Umsatzrückgängen bis zu 90 Prozent“. Auch in den Gärten „verzögert sich alles um drei bis vier Wochen“, bedauert Waltraud Freiberg, Vorsitzende des Kleingartenvereins Geismar. Eigentlich müssten jetzt Beete umbrochen und die Frühsaat ausgebracht werden. Aber nicht einmal Triebe mit schönen Knospen für den Osterstrauß gebe es. „Wir können nur hoffen, dass es dann schnell so warm wird, dass die Natur wieder aufholen kann.“ Sobald es wärmer wird, dürften auch die rund 35 000 Zwiebelblumen aller Art auf öffentlichen Flächen der Stadt Göttingen aufblühen. Die seien nämlich schon im Herbst gesetzt worden, so Johannson.
Öde Gärten, verwaiste Baustellen und bange Blicke auf die nächste Heizkostenabrechnung – dieser lange Winter bringt alles durcheinander. © Theodoro da Silva

Von Ulrich Schubert
und Birgit Freudenthal

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