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Göttingen „Latein ist putzmunter“
Die Region Göttingen „Latein ist putzmunter“
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00:17 29.01.2017
Von Jörn Barke
Fit in Latein: Merle Lohrengel und Stine Kurth (l.). Quelle: Wenzel
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Göttingen

Den Wettbewerb hatten zwei Lehrer organisiert: Gabriele Hille-Coates vom Hainberg-Gymnasium und Holger Klischka vom Theodor-Heuss-Gymnasium. Hille-Coates zeigte sich begeistert von der Leistung der Sechst- und Siebtklässler. Diese hätten sich richtig ins Zeug gelegt, Mimik und Gestik geübt und sich mit Requisiten und Verkleidungen unter anderem in den Feldherren Hannibal, einen Konsul oder den Philosophen Cicero verwandelt.

Latein ist putzmunter“, meinte Hille-Coates angesichts der Darbietungen. Der „dolus ultimus“ - der letzte Streich - von Max und Moritz war ebenso auf Lateinisch zu hören wie eine Geschichte über ein Wagenrennen im Circus Maximus oder ein Auszug aus den Harry-Potter-Büchern. Auch Nachrichten wurden auf Latein gelesen, etwa darüber, dass die Queen Deutschland besucht: „Regina Germaniam visitat.“

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„Starkes Entertainment“ bescheinigte Hille-Coates den Schülern, die zumeist zu zweit und nur selten allein zur Lesung antraten. Von den Göttinger Schulen waren das Felix-Klein-, das Hainberg-, das Max-Planck-, das Otto-Hahn- und das Theodor-Heuss-Gymnasium beteiligt, aus der Region nahmen Schüler von der IGS Bovenden, vom Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt und vom Grotefend-Gymnasium Hann. Münden teil.

Die Wettbewerbsteilnehmer können gute Gründe für das Lateinische anführen. Evan Hertlein vom Max-Planck-Gymnasium (MPG), der in der Kategorie „Zweites Lernjahr“ siegte, gefällt Latein als historisch bedeutsame und sehr systematische Sprache. Marlen Augustin und Oliver Csépes vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), die im Ersten Lernjahr Platz Zwei belegten, mögen die Aussprache des Lateinischen. Hannes Kramer und Norman Meyer vom Hainberg-Gymnasium (HG) hat ihr Interesse für Geschichte zur lateinischen Sprache geführt. Cosma Elisabeth Kraft vom HG lobte den Wettbewerb als Möglichkeit, Latein als lebendige Sprache zu erfahren und andere Schüler zu treffen, die Latein lernen.

Der Wettbewerb sollte auch Werbung für die Sprache machen. Bundesweit gehe die Zahl der Lateinschüler stärker zurück als beim Rückgang der Schülerzahl insgesamt zu erwarten sei, sagte Fachdidaktik-Professor Peter Kuhlmann, der mit in der Jury saß. An der Universität Göttingen sei die Zahl derjenigen, die Latinumskurse absolvierten, stark gesunken, ergänzte Dr. Bernhard Goldmann.

Im Zuge der Hochschulreform sei die Zahl der Studiengänge, für die Lateinkenntnisse nachgewiesen werden müssten, deutlich reduziert worden. Dabei sei Latein nicht nur kulturgeschichtlich, sondern auch im Hinblick auf die grundsätzliche sprachliche Bildung wichtig, so Kuhlmann. Im nächsten Jahr soll das Y-Lab der Universität Göttingen den Wettbewerb weiterführen.