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Göttingen Legostein-Maschine auf zwei Beinen
Die Region Göttingen Legostein-Maschine auf zwei Beinen
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00:17 25.03.2017
Von Michael Caspar
Felix Hahne Quelle: HW
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Göttingen

Mit einem gehenden Roboter gingen drei Fünftklässler, die die Robotik-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) besuchen, ins Rennen. „Die Roboter in unserer Wettbewerbssparte sollten nicht auf Rädern rollen“, erläuterte Theo Kirchhoff (10) die Vorgabe. Ein Video mit Bauanleitung für die zweibeinige Maschine fand er im Internet. „Wir haben das Video immer wieder gesehen“, erzählte Tobias Maringgele (11). Über Wochen zog sich der Bau hin. „Die Schritte dürfen nicht zu lang und nicht zu kurz sein“, schildert Vin Wolf (11) das Problem. Anderenfalls bewege sich die Maschine im Kreis oder drehe sich um sich selbst.

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„Unser Roboter schiebt sich mit einem Arm nach vorne“, sagte Simon Dehmel (14). Er gehörte zum dreiköpfigen Team Sesica des Felix-Klein-Gymnasiums, das den Wettbewerb in der Kreativsparte gewann. Seit drei Jahren macht er bei der Robotik-AG seiner Schule mit. Probleme gebe es mit den Sensoren, nannte er eine Herausforderung. Sie reagierten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen anders. Das erschwere es dem Roboter, sich im Raum zu orientieren.

Mit einem Gabelstapler traten die OHG-Schüler Levi Sailer (10), Jannis Westphal (11) und Philipp Zansinger (10) an. „Mit der Mechanik der Gabel haben wir uns lange abgemüht“, erzählte Westphal. Weil ihr Gefährt vergleichweise lang geworden ist, lässt es sich nur schwer wenden. Mit einem Kugelgelenk versuchten die Schüler, das Problem zu lösen. Gebaut haben sie den Stapler aus Legosteinen. „Damit spiele ich, seit ich drei, vier Jahre alt bin“, erzählte Sailer.

„Wer einen Roboter programmiert, muss logisch denken können und darf sich durch Misserfolge nicht sofort entmutigen lassen“, sagte Jonas Jenssen (17) vom Max-Planck-Gymnasium. Er betreut die Robotik-AG in der Friedländer Grundschule, die er früher selbst besucht hat. „Wir haben bereits 2005 unseren ersten Robotik-Bausatz von der Stiftung NiedersachsenMetall bekommen“, sagte Lehrerin Kerstin Hoy. Im Laufe der Jahre seien 15.000 Euro in die Ausstattung investiert worden. Nun wolle die Friedländer Grundschule die Kindergartenkinder für das Thema begeistern. Grundschüler stellten ihnen die AG vor.

Begeisterung für Technik

„Wir wollen junge Menschen für Technik begeistern“, sagt Anke Höbelmann vom Göttinger Novelis-Werk. Seit 2013 würden Auszubildende des Unternehmens Robotik-Workshops für Schüler anbieten. Auch den Göttinger Robotikwettbewerb unterstütze die Firma. „Wir stehen im engen Kontakt zu den Leitern der entsprechenden Schul-AG“, sagt Höbelmann.

„Der Zulauf zu unseren AG ist groß“, berichtet Lehrer Dennis Vespermann vom 20-köpfigen Organisationsteam des Wettbewerbs. Das Basteln und Programmieren mache den Kindern Spaß. Der Anteil der Mädchen sei im Laufe der vergangenen fünf Jahre von fünf auf 20 Prozent gestiegen. Neben Schulen aus Göttingen beteiligten sich mittlerweile auch solche aus Dassel, Friedland, Northeim und Rosdorf. mic