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Göttingen Leidenschaftliche Debatten
Die Region Göttingen Leidenschaftliche Debatten
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23:00 26.01.2017
Im Raatssaal der Stadt Göttingen haben sich am Donnerstagabend die acht Finalisten im Regionalfinale von „Jugend debattiert“ ein knappes Rennen geliefert. Der Wettbewerb stellt die Debatte als „Voraussetzung einer lebendigen Demokratie und eines gelingenden Zusammenlebens“ in den Mittelpunkt. Quelle: Baensch
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Im Zentrum des Raatssaals standen sich die Schüler der Altersgruppe I an den Rednerpulten gegenüber. Zwei von ihnen mussten in der ersten Debatte des Abends die Pro- und zwei die Contra-Seite zu der Frage „Sollen im Deutschunterricht regelmäßig längere Gedichte auswendig gelernt werden?“ vertreten. Klangen die Eröffnungsstatements der Schüler noch einstudiert, wurde die Debatte in der offenen Diskussion lebendig. Wortwahl und Gestik der Acht- bis Neuntklässler hätte mitunter auch in eine offizielle Debatte gepasst. Die Jury, bestehend aus Lehrern der Verbundsschulen, sprach am Ende von „echtem Teamplay“.

Inhaltlich beurteilte die Jury die Debatte der Altersgruppe I jedoch als ausbaufähig: „Das Thema hätte mehr hergegeben“, sagte Sönke Jaek, Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) und Regionalverbundskoordinator. Die persönliche Perspektive vorzubringen sei wichtig.

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Jonas Margraf vom Max-Planck-Gymnasium brachte das und seine „nüchterne und klare Art“ zu argumentieren den Sieg. Elisa Graimann vom Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (EGD) erreichte mit ihrem Engagement in der Debatte den zweiten Platz. „Sie hat den Überblick behalten und ist gut auf die Gegenseite eingegangen“, sagte Jurymitglied Dr. Rita Klauser vom Theodor-Heuss-Gymnasium. „Die Kinder waren einfach authentisch“, meinte Jaek abschließend über die Debatte der Jüngeren.

Der Ton im Schlagabtausch der Altersgruppe II zur Frage „Soll in Innenstädten das Betteln verboten werden?“ fiel noch einmal deutlich leidenschaftlicher aus. Um ihren Standpunkt zu untermauern, warfen sich die Schüler der zehnten Klasse bis Qualifikationsstufe II Paragraphen, Gerichtsbeschlüsse und geschichtliche Fakten um die Ohren. „Eine sehr anspruchsvolle Debatte“, sagte auch Jurymitglied Eva Nottbeck vom EGD anerkennend. Till Koch vom OHG brachten seine Strategie und „leidenschaftliche und doch ruhige und kontrollierte“ Art zu debattieren, den zweiten Platz ein. Max-Michel Blessing ging aus der Debatte als Sieger hervor. „Er hat den Kern der Diskussion im Auge behalten und am Ende den Bogen seiner Argumentation geschlossen“, so Nottbeck. Blessing habe seinen Standpunkt wohldosiert vorgetragen und mit unwiderlegbaren Thesen die Gegenseite in Erklärungsnot gebracht.

„Von der Qualität her haben wir ein vorgezogenes Landesfinale gesehen“, sagte Jaek sichtlich zufrieden mit dem „Team Göttingen“, am Ende des Wettbewerbs. Die Erst- und Zweitplatzierten vertreten Göttingen am Dienstag, 7. März, im Landesfinale.

Von Marie Niederleithinger