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Göttingen Gückel präsentiert „Klassenfoto mit Massenmörder“
Die Region Göttingen Gückel präsentiert „Klassenfoto mit Massenmörder“
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11:35 06.11.2019
Jürgen Gückel liest aus seinem Buch „Klassenfoto mit Massenmörder“. Quelle: privat
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Göttingen

Walter Wilke war ein geachteter Mann. Der Volksschullehrer unterrichtete Gückel damals, er war sein erster Lehrer. Was niemand zu der Zeit ahnte: Wilke hieß eigentlich Arthur und war ein Kriegsverbrecher. Im Zweiten Weltkrieg war er verantwortlich für den Tod von vielen Tausend Menschen. Er war an Massenerschießungen von Juden beteiligt und ein gefürchteter Partisanenjäger. Nach Kriegsende hatte er die Identität seines Bruders angenommen, eines kleinen Feldwebels, der gefallen war.

Inhaftiert wegen Bigamie?

In den 1960er-Jahren wurde Arthur Wilke verhaftet. Nach Jahren im Gefängnis kehrte er in sein kleines Dorf zurück, wo niemand so genau wissen wollte, warum er inhaftiert war. Von Bigamie wurde gemunkelt. Tatsächlich war Wilke mit der Landärztin verheiratet, obwohl seine erste Ehe noch Bestand hatte.

Der Autor hat diese Geschichte über einige Jahre hinweg recherchiert. Er war in Archiven unterwegs und grub die finstere Vergangenheit seines Lehrers aus.

Organisiert vom Verein NS-Familiengeschichte

Gückel liest am Sonntag, 17. November, um 17.30 Uhr in der Torhaus-Galerie am Stadtfriedhof, Kasseler Landstraße 1, aus dem Werk. Am Dienstag, 19. November, um 19 Uhr präsentiert er es im Holbornschen Haus, Rote Straße 34. Die zweite Lesung organisiert der Verein NS-Familiengeschichte.

Jürgen Gückel: „Klassenfoto mit Massenmörder“, Vandenhoeck & Ruprecht, 295 Seiten, 19,99 Euro.

Eine Rezension

Bericht über eine Gückel-Lesung

Von Peter Krüger-Lenz