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Göttingen Vom Wissenschaftsstandort Göttingen zum Gründerstandort Göttingen
Die Region Göttingen Vom Wissenschaftsstandort Göttingen zum Gründerstandort Göttingen
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15:18 07.02.2019
Tüftler im so genannten „Dry lab“: Irina Reimer, Dr. Sven Wagner und Marco Janezic.
Tüftler im so genannten „Dry lab“: Irina Reimer, Dr. Sven Wagner und Marco Janezic. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Wo Kunden einst ihre Briefe und Pakete aufgegeben haben und später dann aktuelle Kino-Blockbuster auf VHS-Cassetten und DVD ausgeliehen haben, öffnet ab Montag die Life Science Factory und der Startraum. In den Räumen den der alten Post – und später Videothek – ist in der Friedrichstraße 3-4 in den vergangenen Wochen „eine neue Adresse für Gründer, Freiberufler und Wissenschaftler, die ihre ersten Schritte außerhalb akademischer Institutionen gehen wollen“ entstanden. So jedenfalls die Hoffnung der Macher hinter dem Projekt.

Auf 600 Quadratmetern in der alten Post in der Göttinger Friedrichstraße wollen die Life Science Factory und der Startraum Platz für Gründer, Freiberufler und Wissenschaftler bieten.

Auf 600 Quadratmeter bieten die Life Science Factory und der Startraum in der Göttinger Innenstadt Räume für Coworking, eine Werkstatt, um Prototypen herzustellen, sowie Flächen für Veranstaltungen und Workshops. Ziel sei es, Göttingens Innovationskultur zu stärken und die über den Wissenschaftsstandort hinaus als Life-Science-Gründerstandort zu etablieren. „Es liegt uns am Herzen, aus dem renommierten Wissenschaftsstandort Göttingen auch einen anerkannten Gründerstandort zu machen“, sagt Sven Wagner, Geschäftsführer von Life Science Factory.

Im Co-Working gibt 15 feste Arbeitsplätze und doppelt so viele freie. Ein Konferenzraum steht den Mietern ebenso zur Verfügung wie ein Garten mit einer Tischtennisplatte und eine große Gemeinschaftsküche inklusive Kicker. Diese soll wie auf Partys Treffpunkt sein, wo hoffentlich auch neue Projekte entstehen, hofft Jonas Brunnert, Mitgründer des StartRaums. Zielgruppe, so Brunnert, seien Freiberufler, aber auch kleine Unternehmen, die keine eigenen Büros benötigten, und größere Firmen, die Räume für eines ihrer Projektteams anmieten könnten. Nutzer aus dem alten Startraum-Standort im Schildweg seien mit umgezogen und nutzten die neuen Räume bereits, auch wenn hier und da noch der Feinschliff fehlt. „Wir sind für alle offen“, sagt Brunnert. Die verschiedenen Mietmodelle spiegelten das wider.

Platz für Veranstaltungen und Workshops. Quelle: R

Die Werkstatt, dem sogenannten Dry Lab, ist ausgestatten mit einem Lasercutter, 3D-Scanner und drei 3D-Drucker zum Arbeiten und Testen. Hinzukommt weiteres Werkzeug. „In Göttingen gibt es exzellente Wissenschaft, aber viel zu selten bringe das finanziellen Nutzen mit sich“, erläutert Wagner. Für Firmenneugründungen fehle oft die Möglichkeit, den ersten Schritt zu machen. Die Lücke sollen die neuen Räume der Life Science Factory schießen. Hier gebe es ein kleines Labor und Zugang zu nötigen Instrumenten. So sollen „schnelle und erfolgreiche Gründungen“ möglich sein, sagt Marco Janezic, Gründer und Investor im Life-Science-Bereich und Geschäftsführer der Life Science Factory. Die neuen Räume seien für Göttingen eine „einmalige Chance“

Bauarbeiten in der Friedrichstraße

Für die Factory sind die vom Startraum angemieteten Räume in der Friedrichstraße Sprungbrett vor dem Umzug auf den Sartorius Campus an der Weender Landstraße. Sartorius ist Initiator und Förderer der Life Science Factory.

In der Eröffnungswochen sind Veranstaltungen geplant, bei denen sich Interessierte etwa am 12. und 13. Februar jeweils von 16 Uhr bis 19 Uhr mit der Nutzung der 3D-Drucker und des Lasercutters vertraut machen können, sich beim „Start-up Meet-up“ am 13. Februar ab 18 Uhr mit Göttinger Gründerteams in entspannter Atmosphäre austauschen können. Für den 15. Februar ist ab 16 Uhr ein einstündiger Fachvortrag geplant. Wie man als Biotech-Startup seine Chancen auf erfolgreiches Fundraising erhöht, soll das Thema sein. Ein Rundgang durch Räume ist am 16. Februar ab 12 Uhr möglich. Die Eröffnungsveranstaltung am 11. Februar ist mit knapp 200 Gästen bereits ausgebucht.

Anfragen zu den Veranstaltungen werden unter info@lifescience-factory.com angenommen.

Von Michael Brakemeier