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Göttingen „Aber Himmel nochmal!“
Die Region Göttingen „Aber Himmel nochmal!“
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00:20 02.06.2019
Zum Lied „Der Himmel geht über allen auf“ gibt es eine spontane Gottesdienst-Performance. Quelle: Meinhard
Göttingen

Im üppigen Grün, eingebettet in eine mannigfaltige Artenvielfalt, ist am Himmelfahrtstag ein ökumenischer Gottesdienst ausgerichtet worden. Mehrere christliche Gemeinden aus Göttingen und Umgebung hatten in den Forstbotanischen Garten am Faßberg eingeladen. Anstelle einer Predigt gestalteten Pastorin Charlotte Scheller (Gemeinde St. Nikolaus), Pfarrer Hans Haase (Gemeinde St. Paulus) und Pastor Thorsten Rohloff (Gemeinde St. Petri Weende) einen Predigt-Dialog. Der stand unter der Überschrift „Himmel nochmal!“

Pastorin Charlotte Scheller und Pastor Thorsten Rohloff zeigen sich erfreut über die vielen Besucher. Quelle: Meinhard

Der Feiertag zu Himmelfahrt geht auf eine Überlieferung zurück, die in der Bibel vermerkt ist. In der Apostelgeschichte heißt es über den am dritten Tage nach der Kreuzigung wiederauferstandenen Jesus Christus: „… und er ließ sich sehen unter ihnen 40 Tage lang und redete mit seinen Freunden über das Reich Gottes.“ Und an anderer Stelle wird folgende Szene beschrieben: „Da wurde er vor ihren Augen entrückt, als würde eine Wolke ihn aufnehmen.“ Mit dem christlichen Feiertag Himmelfahrt wird dieser Entrückung gedacht.

Rund 400 Menschen nehmen teil

Am Gottesdienst am Faßberg nahmen rund 400 Menschen teil. Sie erlebten eine textliche Ausgestaltung der Feier, die keineswegs bierernst gemeint war. Sie begann mit einem vorgestellten Ärgernis. Da könne man schon mal fluchen, meinte der katholische Geistliche Haase. „Die evangelischen Christen sind beim Fluchen eher zurückhaltender“, hielt der protestantische Pastor Rohloff dagegen und erntete kontrovers anmutende Heiterkeit in den Reihen der Gottesdienstbesucher. So nahmen sich beide Seiten, die katholische und die evangelische, ein wenig auf die Schippe.

Den Gottesdienst musikalisch untermalt der Posaunenchor St. Petri Weende unter Leitung von Otto Melster. Quelle: Meinhard

Und in dieser lockeren Art ging es im Trio weiter: „Aber Himmel nochmal – das war kein Fluch, das war ein Stoßgebet.“ „An den Himmel“. „Das dürfen wir nicht nur tun. Das sollen wir tun.“ „So ist Gott: Er hört uns, wenn wir schreien. Ob aus Not oder aus Ungeduld.“ „Gott kann ich ohne nachzudenken anrufen. Wie ein Kind. Und wenn ich nur den Druck rauslassen will.“ „Zum Himmel schreien.“ „Und wenn sich nichts ändert?“ „Dann schrei: ‚Himmel nochmal: Wo bist du Gott!?‘“ „Jedenfalls ist er nie weit weg.“ „Er geht uns suchen.“

Wo der Himmel die Erde berührt

Himmel und Erde, sagte Pastorin Scheller, würden sich dort berühren, wo Menschen miteinander feiern – auch und gerade ökumenisch. Mit den Seifenblasen, die Kinder in die Luft pusteten, lud sie alle Teilnehmer ein, ihre Wünsche aber auch ihre Sorgen zu verbinden und sie gen Himmel zu schicken.

Pfarrer Hans Haase ist der Seelsorger der katholischen Gläubigen. Knapp 15 Prozent der Christen in Göttingen sind katholisch. Quelle: Meinhard

Zum Gottesdienst eingeladen waren Christen der Gemeinden Christophorus, St. Nikolaus, St. Cosmas und Damian Herberhausen, St. Martin Roringen, St. Petri Weende und St. Vinzenz. Aber auch Gläubige aus anderen Gemeinden fanden Weg in den Forstbotanischen Garten. Es musizierten der Posaunenchor St. Petri unter der Leitung von Otto Melster sowie Uwe Wendelborn und Partner.

Ankündigung eines Taizé-Gottesdienstes

Scheller wie auch ihre beiden Kollegen dankten allen Helfern, die den Gottesdienst auf der Anhöhe möglich gemacht und zum Beispiel Sitzgelegenheiten hinauf getragen hatten. Ein Dank ging auch an die Verwaltung der Göttinger Universität für die Erlaubnis, den ökumenischen Gottesdienst, der nicht der erste seiner Art war, an diesem Ort feiern zu können. Eine Einladung zu einem Taizé-Gottesdienst am Sonntag, 2. Juni, 18 Uhr, in der Kirche St. Nikolaus erging zum Schluss an die geneigte Öffentlichkeit.

Von Ulrich Meinhard

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