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Göttingen Luftballon explodiert mit Feuerball und Knall
Die Region Göttingen Luftballon explodiert mit Feuerball und Knall
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20:27 24.11.2011
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Göttingen

Professor Thomas Waitz nahm seine jungen Studenten mit auf eine wissenschaftliche Reise, die zu keiner Sekunde langweilig war. „Mit dem Chemie-Express um die Welt“ hieß das Thema und neben etwas Theorie gab es vor allem eins: Experimente.

Dass die Umwandlung von Stoffen mit Energie einher geht, zeigte Waitz anhand exothermer Reaktionen. So wie es früher die Schornsteinfeger zur Reinigung der Schornsteine taten, ließ er Bärlappsporen (Lycopodium) durch einen Luftstoß und eine Kerzenflamme explodieren. Dass Metall brennt, durfte Assistent Lorenz beweisen. Er pustete Aluminiumpulver durch ein Rohr in eine Flamme. Anhand chinesischen Feuerwerks erklärte Waitz, dass Salze wie Kalium (violett), Lithium (rot) und Natrium (gelb) verantwortlich für Farben sind.

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Den Gestank von Schwefel konnten die Kinder genauso wahrnehmen, wie die Schwefelarbeiter am indonesischen Ijen-Vulkan. Eine schwarze Schwefelsäule verströmte einen ganz eigenen, süßlichen Geruch. Die Säule entstand, nachdem Waitz Schwefelsäure und Zucker in einem Glasgefäß vermischte und kräftig rührte.

Was alles aus Erdöl hergestellt werden kann, erklärte Waitz beim Reise-Stopp des Chemie-Expresses in Saudi-Arabien. Benzin und Kerosin zum Beispiel. „Haltet euch die Ohren zu, wenn ihr empfindlich seid“, riet Waitz vor seinem Experiment mit der Flaschenrakete. Nur ein paar Milliliter Kerosin und Sauerstoff reichten aus, um die an einer Schnur geführte Rakete quer durch den Hörsaal in der Tammannstraße am Institut für organische Chemie zu schießen.

Zugabe-Rufe erschallten, denen Waitz gerne nachgab – allerdings mit anderen lautstarken Experimenten. Er ließ mit Wasserstoff gefüllte Luftballons und Seifenblasen explodieren. Die Druckwelle des entflammten Luftballons erreichte die staunenden Kinder in den ersten Sitzreihen des Hörsaals.

Von Björn Dinges