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Göttingen Magdalena und Heinz Wedekind aus Reckershausen feiern diamantene Hochzeit
Die Region Göttingen Magdalena und Heinz Wedekind aus Reckershausen feiern diamantene Hochzeit
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19:32 31.07.2013
Von Jürgen Gückel
Heute seit 60 Jahren verheiratet: Magdalena und Heinz Wedekind.
Heute seit 60 Jahren verheiratet: Magdalena und Heinz Wedekind. Quelle: Heller
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Reckershausen

Magdalena und Heinz, die seitdem in Reckershausen leben, sind heute 80 und 84 Jahre alt. Damals waren sie junge Leute, die Krieg und Vertreibung mit Glück überlebt hatten. Er war einer der Glücklichen, denen Kriegseinsatz und Gefangenschaft erspart blieben.

Als Lehrling hatte er zum letzten Aufgebot der Hitlerjugend gehört, die noch einberufen wurde, als alles längst verloren war. Er sollte sich mit den anderen Jugendlichen bei Seesen den Amerikanern in den Weg stellen. Die Jungen aus Reckershausen zogen es aber vor, sich im Wald zu verstecken und die Tage bis Kriegsende abzuwarten.

Magdalena Wedekind hingegen hatte der Krieg aus dem tschechischen Karlsbad nach Hebenshausen verschlagen. 1945, als die Deutschen aus dem Sudentenland vertrieben wurden, war sie mit der Mutter erst in ein Lager, später nach Eichenberg gekommen. Der Vater war kurz vor Kriegsende noch gefallen. Sie lebte in Hebenshausen, als sie Heinz beim Tanz kennen lernte. „Es waren schon ein paar Konkurrenten da“, erinnert sie sich schmunzelnd. Aber Heinz hat bei ihr das Rennen gemacht.

Ein Jahr nach dem Kennenlernen verlobt

Genau ein Jahr nach dem Kennenlernen war Verlobung. Noch einmal ein Jahr später wurde in Reckershausen bei seinen Eltern Hochzeit gefeiert. Im Frühjahr darauf kam der älteste Junge zur Welt. Noch drei weitere Söhne gebar Magdalena Wedekind. Sie schenkten dem Paar bis heute sieben Enkel und fünf Urenkel. Sie alle sind dabei, wenn am Sonnabend im Gemeindehaus der Kirche in Reckershausen gefeiert wird. Drei der Söhne fällt die Anreise nicht schwer. Sie wohnen mit den Eltern unter einem Dach oder als unmittelbare Nachbarn.

Denn die Wedekinds haben 1960 gebaut – ein wenig auch auf Drängen der Schwiegermutter. Die, so erinnert sich Heinz, sei eine ungewöhnliche Frau gewesen, „ein Arbeitstier, sie konnte viel und schwer arbeiten“. Ganz allein habe sie die Baugrube für das Haus der Kinder ausgehoben, während Heinz als Schlosser in Göttingen im Eisenbahnausbesserungswerk und die Tochter in Unterrieden in der Kautabakfabrik arbeiteten.

Gemeinsam mit den jungen Leuten habe die Schwiegermutter dann bis zu ihrem Lebensende mit in dem selbst erbauten Haus gelebt – „und immer mit am Küchentisch“, sagt Heinz.