Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Maisernte in Göttingen und Region beginnt
Die Region Göttingen Maisernte in Göttingen und Region beginnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 30.09.2013
Von Andreas Fuhrmann
Häcksler und Schlepper mit Anhänger von oben: Wie hier südlich von Rosdorf hat in der Region die Maisernte begonnen. Quelle: Meder
Anzeige
Göttingen/Rosdorf

Dann kommt es auch wieder zur alljährlichen Belastungsprobe für viele Dörfer im Umkreis – durch die viele hundert Transporte zur Biogasanlage. Denn die Schlepper fahren von morgens bis abends, mindestens zehn Tage lang, auch an Sonn- und Feier-tagen. Das kann nerven.

Daher habe man im Vorfeld Gespräche mit Polizei und den betroffenen Gemeinden über die Erntetransporte geführt, sagt Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen. Zusätzlich habe man die Fahrer schriftlich angewiesen, langsam durch die Ortschaften zu fahren, betont Jan Hampe, Geschäftsführer der Biogas Göttingen GmbH und des Maschinenrings.

Anzeige

Auch bestimmte Transportrouten wurden wieder festgelegt. So sollen die Schlepper beispielweise mit vollem Anhänger durch Obernjesa fahren, zurück dann durch Niedernjesa. Beruhigen kann das viele Einwohner in Obernjesa nicht. „Letztes Jahr sind die auch zurück durchs Dorf gefahren“, sagt ein Anwohner.

Die Maisernte werde auf den Straßen zu spüren sein, sagt Hampe. Allerdings werde es deutlich weniger Transporte als im vergangenen Jahr geben. Damals waren von mehr als 700 Hektar Fläche rund 40 000 Tonnen Mais-Silage abtransportiert worden. In diesem Jahr wurde nicht nur weniger angebaut, der Ertrag wird laut Hampe vermutlich auch um 20 Prozent schlechter ausfallen.

Gesamternte von knapp 30 000 Tonnen

Daher rechne er derzeit nur mit einer Gesamternte von knapp 30 000 Tonnen. Das ergibt allerdings immer noch 1900 Transporte hin zur Biogasanlage Rosdorf und 1900 Fahrten zurück auf die Felder. Am zweiten Oktoberwochenende soll die Ernte abgeschlossen sein, hofft Hampe – wenn das Wetter mitspielt. Sollte es regnen, könnte es zu Verzögerungen kommen. „Die Reinigung der Straßen haben wir dabei auf dem Schirm.“

Mais werde im Landkreis übrigens nicht nur für die Biogasanlagen angebaut, sagt Landvolk-Chef Hübner. „Auch die Betriebe mit Rindviehhaltung nutzen den silierten Mais als wertvolles Futter für Kühe und Rinder.“

Der Maisanbau im gesamten Landkreis liege bei etwa sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, der Anbau allein für die Biogasanlagen bei 3,8 Prozent. Er ging im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent zurück und liegt bei etwa 2200 Hektar. Die Anbaufläche für Mais war 2012 wegen Frostschäden am Getreide deutlich erhöht worden.

Vorsicht bei Ernteverkehr

Autofahrer aufgepasst: Die Ernte- und Transportmaschinen seien zwar langsam, sagt Landvolk-Chef Achim Hübner. „Das sollte jedoch nicht zu gewagten Überholmanövern führen.“ Größe, Breite und Geschwindigkeit der Maschinen würden oft falsch eingeschätzt.

Hinzu komme, dass die Maschinen beim Abbiegen weit ausscherten. Um Schäden zu vermeiden und Unfälle auszuschließen, sollten Verkehrsteilnehmer daher vorsichtig fahren, rät Hübner. „Mit gegenseitiger Rücksicht geht es am besten.“