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Göttingen Diese Firma spendet 5400 Euro an soziale Projekte
Die Region Göttingen Diese Firma spendet 5400 Euro an soziale Projekte
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00:22 25.03.2019
Spendenübergabe bei Pro Office (v. l.): Holger Möhlecke (Evangelische Jugendhilfe Obernjesa), Jörg Willig und Chris Asmuth (Geschäftsführer Pro Office), Nicolas Vogel (Malteser Göttingen) und Volker Naumann (Göttinger Tafel). Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Die Weihnachtsfeier in Göttingen war der Auslöser: Auf diesem bundesweiten Treffen der Coworking-Standorte des Büro- und Wohnraumausstatters Pro Office waren 5400 Euro zusammen gekommen – als Spende für soziale Einrichtungen in Göttingen, so Chris Asmuth, Geschäftsleitung des Pro Office Standortes Göttingen.

Geeinigt habe man sich auf drei Empfänger, erklärte Asmuth: die Evangelische Jugendhilfe Obernjesa, die Göttinger Tafel und der Malteser Hilfsdienst, Standort Göttingen. Jeder Empfänger sei bewusst ausgewählt worden. Besonders berührt habe das Team von Pro Office allerdings das Projekt „Herzenswunsch-Krankenwagen“ der Malteser, sagte Asmuth.

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Herzenswunsch-Krankenwagen

Seit November 2016 gibt es den Herzenswunsch-Krankenwagen in der Diözese Hildesheim an den Standorten Braunschweig, Celle, Gifhorn, Göttingen, Hannover, Hildesheim und Wolfsburg. „Mehr als 50 Anfragen zum Erfüllen letzter Wünsche haben wir seitdem umgesetzt. Fünf Fahrten konnten unsere ehrenamtlichen Helfer vom Standort Göttingen aus unternehmen“, erläuterte Nicolas Vogel, Rettungssanitäter und Koordinator des Projekts bei den Maltesern Göttingen.

Anfragen seien vom Hospiz und der Uni-Klinik gekommen, aber auch von privater Seite seien Wünsche an die Malteser Göttingen heran getragen worden. Vogel erinnert sich dabei an einen letzten Besuch im Leipziger Zoo, oder den Wunsch einer Patientin, den Campingplatz noch einmal aufzusuchen, der von ihr betrieben worden war. Einige wollten noch einmal das eigene Zuhause sehen, bei einer Taufe, Hochzeit oder Beerdigung in der Familie dabei sein, oder eine Theateraufführung besuchen.

„Letzte Wünsche erfüllen, trägt zur Lebensqualität bei“

Das für Patienten kostenlose Herzenswunsch-Projekt des Malteser Hilfsdienstes soll weit über das übliche Hilfsangebot für schwerstkranke und sterbende Menschen hinaus gehen. Nicht die medizinische und pflegerische Betreuung stehen im Vordergrund, sondern das seelische Wohl der Patienten. „Wenn es gelingt, letzte Wünsche zu erfüllen, dann trägt dies sehr zur Lebensqualität in der letzten Lebensphase bei. Daher sind die Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser ein zutiefst humanitäres, von der Empathie mit Hilfsbedürftigen getragenes Projekt“, so Hans-Gert Pöttering, Schirmherr des Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens in Niedersachsen sowie Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, in einer Broschüre der Malteser Hannover. Sterbenskranke würden nicht bloß als medizinische Fälle, sondern in ihrer Würde und unter Beachtung ihrer Bedürfnisse und Wünsche behandelt.

Komplett auf Spenden angewiesen

Wenn Herzenswünsche erfüllt werden sollen, steht dem Team je nach körperlicher Verfassung ein speziell ausgerüsteter Krankenwagen mit medizinischer Einrichtung zur Verfügung. Ist genügend Platz vorhanden, können auch Angehörige mitfahren. „Leider werden unsere Fahrten nicht von den Krankenkassen übernommen“, erklärt Nicolas Vogel. Neben den Kosten für das Fahrzeug gebe es auch spezielle Ausbildungen, die finanziert werden müssten. Das Projekt „Herzenswunsch-Krankenwagen“ ist also auf Spenden angewiesen.

Geld für drei Einrichtungen

Bei der Spendenübergabe des Raumausstatters Pro Office über 5400 Euro, haben drei soziale Einrichtungen eine willkommene Finanzspritze zur Unterstützung ihrer Arbeit erhalten. Während der Malteser-Hilfsdienst Göttingen und die Evangelische Jugendhilfe Obernjesa sich über 2500 Euro freuen, hat die Göttinger Tafel eine Zuwendung von 400 Euro erhalten. Der Malteser-Hilfsdienst werde seinen Anteil in die Finanzierung des Herzenswunsch-Krankenwagens geben, so Nicolas Vogel.

„Wir schaffen mit unserer Arbeit sichere Orte für Kinder, Jugendliche und Familien“, beschrieb Holger Möhlecke die Arbeit der Jugendhilfe. Die Spende soll Familien und alleine lebenden Jugendlichen zugute kommen. Und die Tafel werde ihren Anteil in ein neues Fahrzeug investieren, sagte Volker Naumann. Mit drei Fahrzeugen erledige die Tafel Tag für Tag ihre Arbeit. Es sei an der Zeit, eines von ihnen zu erneuern.

Von Markus Hartwig