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Göttingen Margot Käßmann unterstützt Anti-Neonazi-Fest in Güntersen
Die Region Göttingen Margot Käßmann unterstützt Anti-Neonazi-Fest in Güntersen
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21:53 26.02.2015
Von Jörn Barke
Das Festzelt steht: Die Aufbauarbeiten zum Anti-Neonazi-Fest laufen auf Hochtouren.
Das Festzelt steht: Die Aufbauarbeiten zum Anti-Neonazi-Fest laufen auf Hochtouren. Quelle: Heller
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Güntersen

 Für das gegen Neonazis gerichtete Fest, zu dem Besucher aus der gesamten Region erwartet werden, erfahren die Dorfbewohner bundesweit Unterstützung. Unter anderem haben Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), die EKD-Botschafterin Margot Käßmann und die Kölner Künstlerinitiative „Arsch huh, Zäng ussenander“ (Hintern hoch, Zähne auseinander) Grußworte geschickt.

Von einem „ganz wichtigen Zeichen“ spricht Pistorius in seinem Grußwort: „für ihren Wohnort Güntersen, aber auch für die Demokratie in unserem Land. Ja zu einem friedlichen, bunten und toleranten Miteinander! Nein zu Ausgrenzung, zu Hass und zur Ablehnung Andersdenkender!“ Dieses Signal gehe weit über Güntersen hinaus.

Das wird dadurch bestätigt, dass auch die Kölner Künstler von Arsch huh, die Veranstaltungen gegen Rassismus und Neonazis organisieren, ein Grußwort geschickt haben und die Günterser loben. Der Wunsch, friedlich miteinander zu leben sei eine mächtige Kraft, die Zusammenhalt schafft: „Das werdet ihr heute sicherlich auch spüren.“ Neonazis wollten die Errungenschaften von Aufklärung, Humanismus und Demokratie zerstören. Es gebe jedoch  sehr viele Menschen, die das nicht zulassen würden. Darum heiße es am Sonnabend in Güntersen: „Arsch huh, Zäng ussenander. Kein Nazis he in Jüntersen.“

„Tolerante Menschen wollen nicht nur Gleichgesinnte treffen und alte Parolen wiederholen, sie wünschen das freie und offene Gespräch“, ergänzt die EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann. „Gemeinsame Feste, die wir teilen, legt denen das Handwerk, die spalten wollen, statt unser Zusammenleben miteinander zu gestalten.“

Pistorius, Käßmann und die Arsch-huh-Leute werden beim Frühlingsfest selbst nicht dabei sein. Doch es tritt immer noch ein stattliche Politikerriege an, zu der der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und die Göttinger Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU), Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne) gehören. „Ich stehe an der Seite der Günterser“, versichert Landrat Bernhard Reuter (SPD) in seinem Grußwort.

Das Günterser Frühlingsfest richtete sich ursprünglich gegen einen geplanten Neonazi-Aufmarsch im Ort. Der ist von den Initiatoren mittlerweile abgesagt worden, als der Landkreis mit einem Verbot der Veranstaltung drohte. Ihr Fest feiern die Güntersen nun trotzdem und erst recht – als Zeichen für kulturelle Vielfalt und Zivilcourage.

Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem interreligiösen Gottesdienst mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde und der muslimisch-türkischen Ditib-Gemeinde in Göttingen. Ab 11.30 Uhr gibt es Grußworte und Festreden. Ab 13 Uhr beginnt ein Musikprogramm auf drei Bühnen. Unter anderem treten das Göttinger Symphonie Orchester, Merry-go-round,  Seven Up, Mark Gillespie & Band auf.